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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 13:41 Uhr

Schizophrenie – eine Psychose

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Krankheit aus der Sicht der Medizin

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Das Problem liegt in der wortwörtlichen Übersetzung: Schizophrenie bedeutet übertragen „Spaltungsirresein“. Dabei hat Schizophrenie nichts mit einer Spaltung der Persönlichkeit zu tun; die Krankheit ist eine Psychose. Betroffene leiden an einem gestörten Verhältnis zur Realität. Laut der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer (BPtK) hören Betroffene im häufigsten Fall Stimmen, die gesunde Menschen nicht hören – akustische Halluzinationen.

Dabei sei Schizophrenie keine seltene Erkrankung. Die BPtK schreibt, dass in Deutschland einer von 100 Menschen daran erkrankt. Damit läge die Schizophrenie auf dem Niveau von chronischem Rheuma. Zurzeit litten deutschlandweit rund 800 000 Menschen an dieser Form der Psychose.

Häufig betroffen seien junge Menschen, Frauen gleichermaßen wie Männer, zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Schizophrenien verliefen sehr unterschiedlich. Manche Menschen erkrankten nur einmal, genauso bestehe die Möglichkeit, chronisch daran zu leiden und im Alltag dauerhaft eingeschränkt zu sein.

Ursachen und Risikofaktoren seien bislang noch nicht eindeutig geklärt. Mehrere Faktoren können demnach zusammenwirken: Vererbbarkeit, Störungen oder Erkrankungen des Gehirns, beispielsweise durch Alkohol- oder Drogenmissbrauch, die Psyche im Allgemeinen, die bei bereits bestehenden genetischen oder biologischen Problemen dafür sorgen kann, dass sich eine Schizophrenie entwickelt. Erste Symptome der Krankheit sind nach Angaben der BPtK zum Beispiel Nervosität, Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Vernachlässigung der persönlichen Erscheinung. In akuten Krankheitsphasen durchlebten Betroffene dann häufig Halluzinationen, Verfolgungswahn, ein gestörtes Ich-Erlebnis, depressive Stimmung, große Erregung, Antriebslosigkeit.

Schizophrenie lasse sich kombiniert mit mehreren Therapien behandeln: Medikamente und Psychotherapie sowie Psychoedukation, bei der Betroffene wie Angehörige lernen, besser damit umzugehen.

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