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Hafen Wismar : Schiffsriese bringt China-Stahl

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Frachter war zuvor bereits in Portugal, Spanien und den Niederlanden. An Bord sind noch 10 000 Tonnen Betonstahl-Bündel.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2017 | 08:00 Uhr

Lebendiges Treiben beim Lade- und Löschverkehr herrscht an den Kaikanten des Seehafens. Kranarme bewegen sich zwischen Luken und Transportfahrzeugen. Insgesamt sechs Schiffe wurden in den vergangenen Tagen auf einmal abgefertigt. Mittendrin nahe der Massengut-Pier und unübersehbar der „größte Klopper“, die „Almasi“. Der gewaltige Rumpf fällt bereits aus der Ferne auf.

Tagelang hatten Hafenfachleute in den fünf Luken des 190 Meter langen und 32 Meter breiten Schiffsriesen gut zu tun. Denn es gilt noch immer, die Restladung zu löschen. Und das sind immerhin noch 10 000 Tonnen Betonstahlbündel, bis zu sieben Meter lang. Mitgebracht wurde die Ladung aus dem fernen China.

Der Riesenrumpf des unter zypriotischer Flagge fahrenden Frachters ragt bereits deutlich aus dem Wasser. Denn der Schiffsriese war bereits bei Ankunft recht leergeräumt und hatte daher nur noch einen Tiefgang von etwas über sieben Meter. Im Normalfall kann der 52 000-Tonner auf fast zwölf Meter abgeladen werden. Der Grund nach mehrmonatiger Reise: Gelöscht wurde ein Teil der Ladung bereits im portugiesischen Leixoes, im spanischen Hafen Bilbao und im niederländischen Rotterdam. Zuvor hatte bereits die „HR Marion“ aus dem kanadischen Montreal kommend, mit fast 150 Metern Länge, in Wismar Ladung gelöscht.

„Ein interessantes Schiff und für sein Baujahr 2001 und Größe noch in einem Top-Zustand“, findet Hafenfachmann Harry Tischmann, der seit 42 Jahren dort mit Schiffen zu tun hat. Er gehört zu denen, die sich an einem solchen Anblick auch nach so langer Dienstzeit immer noch erfreuen. Und er erinnert sich an frühere Hafenjahre: „Da gab es in den 1990-er Jahren mal einen indischen Frachter, das war sogar ein 70 000 Tonner.“

Diese Lebendigkeit zum Jahresauftakt tut den Hafenbilanzen gut. Denn für dieses Jahr will der Seehafen wasserseitig etwa 3,6 Millionen Tonnen Güter bewegen und damit den Wirtschaftsstandort Wismar weiterhin deutlich beleben. Denn nach eigenen Angaben wurde das Vorjahresziel nur mit 3,4 Millionen Tonnen erreicht. Damit lag das Ergebnis etwa zehn Prozent unter dem des Jahres 2015. Insgesamt konnte dennoch über alle Verkehrsträger (Schiff, Bahn, LKW) ein Gesamthafenumschlag von etwa 7,1 Millionen Tonnen bilanziert werden. Als Ursachen werden die verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Situation des vergangenen Jahres, die Insolvenz eines Großkunden und nicht zuletzt auch Auswirkungen des Handelsembargos mit Russland genannt. Zukunftsorientiert gelten aber die termingerecht verlaufenden Arbeiten der Hafenerweiterung zum 2. Bauabschnitt. Dazu sollen die Rammarbeiten bis Ende Februar 2017 abgeschlossen sein. Die Gesamtfertigstellung des Projektes ist Ende 2018 vorgesehen. „Wenn dann auch das Projekt Fahrrinnenanpassung zu greifen beginnt, welches inzwischen in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde, dann haben wir unser Ziel erreicht“, so die Hoffnung von Seehafenchef Michael Kremp. Dann können zudem solche Schiffe wie MS „Almasi“ mit fast vollen Laderäumen Wismar anlaufen.  

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