Mecklenburger Metallguss : Schiffbauflaute zwingt Hersteller zu Kündigungen

Die Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG) in Waren stellt unter anderem gewaltige Propeller für Schiffe her. Nun muss das Unternehmen Stellen abbauen

Die Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG) in Waren stellt unter anderem gewaltige Propeller für Schiffe her. Nun muss das Unternehmen Stellen abbauen

Die Firma Mecklenburger Metallguss in Waren muss wegen Auftragmangels jeden sechsten Arbeitsplatz abbauen

svz.de von
02. Juli 2018, 20:45 Uhr

Wegen drastischer Auftragsrückgänge trennt sich der Schiffspropeller-Hersteller Mecklenburger Metallguss Waren von 32 seiner knapp 200 Mitarbeiter. Wie Geschäftsführer Lars Greitsch am Montag in Waren sagte, ist das Auftragsvolumen in diesem Jahr etwa halb so groß wie im Boom-Jahr 2015. Damals sei ein Umsatz von rund 100 Millionen Euro erzielt worden.

Wegen der schlechten Auftragslage gab es im Unternehmen seit Mitte 2017 immer wieder Kurzarbeit. In diesem Jahr sollen 60 Propeller unterschiedlichster Größe gegossen werden, 2015 seien es 110 gewesen. Das Unternehmen fertigt nach eigenen Angaben die weltweit größten und schwersten Schiffspropeller für Handelsschiffe.

Für 170 Mitarbeiter wurde am Montag mit der IG Metall und dem Betriebsrat ein Sanierungstarifvertrag bis Ende 2019 mit einer Arbeitsplatzgarantie abgeschlossen. Sie verzichten demnach im Gegenzug bis auf eine jährliche Einmalzahlung auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld und eine Tariferhöhung. Die außertariflich Beschäftigten sollen keine Provisionen mehr erhalten.

Ab 1. Januar 2020 sei eine Rückkehr zum Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie vereinbart, betonte der IG Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke. 13 Arbeitsplätze seien durch Altersteilzeit- und Ruhestandsregelungen abgebaut worden, 19 Mitarbeitern sei mit einer Abfindung gekündigt worden. Sie sollen bei einer besseren Auftragslage zurückgeholt werden. Es gebe aber auch Nachfragen aus anderen Unternehmen nach diesen Fachkräften, sagte Fröschke.

Um die Warener Buntmetallgießerei wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen, soll sie Greitsch zufolge vom Schiffbau unabhängiger werden und Gussteile für den Maschinenbau herstellen, etwa für Gezeitenkraftwerke. „Das Produktportfolio wird nach unten erweitert“, sagte Greitsch und meint damit kleinere Erzeugnisse und leichtere Materialien.

Neben der teuren Bronzelegierungen, aus denen die Schiffsschrauben sind, könne die Gießerei auch Aluminiumlegierungen verarbeiten. Um den Modellbau schneller und kostengünstiger zu machen, habe das Unternehmen einen der größten 3D-Drucker angeschafft, mit dem Objekte der Größe zwei mal zwei mal zwei Meter gedruckt werden können. Er soll im Herbst in Betrieb gehen.

Zur Standortsicherung gehört Greitsch zufolge auch die Entwicklung treibstoffsparender Schiffspropeller als Ersatz für vorhandene Propeller. Kunden seien dann nicht Werften, sondern Reedereien, die ihre Betriebskosten senken und Umweltstandards erfüllen wollten. Greitsch ist optimistisch: Alle Prognosen sprächen davon, dass es im Schiffbau wieder aufwärts gehe. Das Volumen der zu transportierenden Güter wachse schneller als die Flotten, sagte er.

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