P+S-Werft : Schiffbauer in Wolgast bereit zum Verzicht

Die Belegschaft der ersten P+S-Werft stimmt zur Rettung der Arbeitsplätze Geldeinbußen zu. Die Schiffbauer in Wolgast haben grünes Licht für Verhandlungen über das angestrebte Rettungspaket gegeben.

svz.de von
04. Juni 2012, 09:27 Uhr

Wolgast | Die Belegschaft der P+S-Werft in Wolgast hat grünes Licht für Verhandlungen über das angestrebte Rettungspaket gegeben. Die IG Metall und der Betriebsrat erhielten gestern das Mandat, mit der Geschäftsführung über den geforderten Mitarbeiterbeitrag zur Werftenrettung in Höhe von 68 Millionen Euro zu verhandeln. Das sagte Betriebsrat Carsten Frick gestern in Wolgast. Danach könnte der Restrukturierungstarifvertrag von Februar 2010 in wichtigen Passagen auch in den Folgejahren weitergeführt werden. Dies würde für die 1700 Werftarbeiter einen Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld in den kommenden drei Jahren und Nichtbezahlung von Überstunden bedeuten. "Das muss alles in den kommenden zwei bis drei Wochen verhandelt werden", sagte Frick.

Die Atmosphäre während der Belegschaftsversammlung mit rund 350 Mitarbeitern beschrieb Frick als angespannt. Die Erwartungshaltung sei jetzt sehr groß. Für den frühen Nachmittag ist eine Belegschaftsversammlung in der P+S-Werft Stralsund vorgesehen. "Es ist eine bittere Pille, die die Belegschaft jetzt schlucken muss", sagte Frick. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass mit dem eingeschlagenen Weg die Werftenrettung gelingen könne.

Dem Betriebsrat zufolge hat die Geschäftsführung über die aktuelle Situation informiert. Danach sollen alle vorhandenen Aufträge im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro auf den Werften abgearbeitet werden. Frick äußerte die Erwartung, dass sich auch Zulieferer am Rettungspaket beteiligen. Von den notwendigen 292 Millionen Euro müssen 40 Prozent von Belegschaft und Zulieferern aufgebracht werden.

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