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Angela Merkel startet Sommertour : "Schatzi, schenk mir ein Foto"

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"Die Kanzlerin kommt", steht auf den Plakaten der CDU im Seebad Heringsdorf. Aber die vielen Urlauber auf Usedom gehen an diesem Montag erst einmal ans Meer. Der strahlende Sommertag hat 27 Grad.

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erstellt am 23.Jul.2013 | 12:24 Uhr

Heringsdorf | Die See ist ruhig, die Wellen schlagen woanders hoch. Nicht hier im Seebad Heringsdorf, wo die Menschen zum Strand strömen. "Die Kanzlerin kommt", steht auf den Plakaten der CDU, deren Programm im Wahlkampf für die Bundestagswahl am 22. September im Grunde genommen in zwei Worte zusammengefasst werden kann: Angela Merkel. Aber die vielen Urlauber auf Usedom gehen an diesem Montag erst einmal an die Sonne, zum Meer. Der strahlende Sommertag hat 27 Grad.

Gebräunt und erholt können sie dann am Abend die Regierungschefin in der Strandmuschel einmal aus der Nähe erleben - wenn sie nicht zu erschöpft sind vom erholsamen Nichtstun. Genau das hatte die CDU-Vorsitzende zum Auftakt ihrer Wahlkampftour an Nord- und Ostsee Urlaubern am vorigen Freitag empfohlen: "Lesen Sie mal ein Buch, oder machen Sie mal einfach gar nichts. Ist ja auch mal schön." Und wann erholt sich eine Bundeskanzlerin? Antwort Merkel: "Bei der Arbeit." Das sei jedenfalls der sicherste Weg für eine Regierungschefin, hatte sie während einer großen Pressekonferenz mit dem Schwerpunkt US-Ausspähaffäre in Berlin vor ihrer Bädertour zum Besten gegeben. Dass die Berichte vom Wochenende, wonach Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz enger als bisher bekannt mit dem US-Geheimdienst NSA zusammengearbeitet haben, der Erholung der Kanzlerin dienen, darf aber bezweifelt werden.

Bisher reitet Merkel auf dieser politisch gefährlichen Welle ohne Anzeichen, dass sie über ihr persönlich zusammenschlagen wird. Sie sagt, sie habe von der ganzen Ausspäherei der Amerikaner, die monatlich millionenfach Daten aus Deutschland überwachten, nichts gewusst.

In Zingst auf der Halbinsel Darß ist die Kanzlerin schon am Montagnachmittag. Sie spricht viel über Europa und sagt nichts zu der US-Ausspähaffäre. Ihr Bekenntnis zur Unkenntnis könnte Merkel aber noch in Bedrängnis bringen. Denn der "Spiegel" schreibt, der BND habe sich für eine laxere Auslegung deutscher Datenschutzgesetze eingesetzt, um Datenaustausch zu erleichtern.

So oder so ergibt das kein gutes Bild: Entweder hat Merkel auch das nicht gewusst, und auch ihr Geheimdienstkoordinator Ronald Pofalla hatte davon keine Ahnung, oder er wusste es und gab es nicht an die Kanzlerin weiter. Jedenfalls fordert die Opposition jetzt personelle Konsequenzen bei den Geheimdiensten. Vor der Strandmuschel in Heringsdorf ist dagegen heile Welt. "Schatzi, schenk mir ein Foto" und "Ein Stern, der Deinen Namen trägt" singt die "Ohrwurm-Party-Band" und animiert das Publikum zu Händeklatschen und Winkewinke.

Nun steht aber Merkel selbst erst einmal Urlaub bevor. Nichtstun ist zwar auch mal schön - aber Abschalten geht in dem Amt nicht. Und erst recht in Zeiten einer Geheimdienstaffäre dürfte Merkel enge Verbindung nach Berlin halten. Ob sie abhörsicher ist, das ist eine andere Frage.

>> Grüne starten zur Küstentour


Gestern - genau zwei Monate vor der Bundestagswahl - haben die Grünen auf Usedom eine Wahlkampftour an den Ostseestränden von MV und Schleswig-Holstein gestartet. Zehn Politiker, darunter die MV-Landesvorsitzende Claudia Müller und der Direktkandidat Ralf-Peter Hässelbarth, begannen an der Seebrücke von Ahlbeck in grünen T-Shirts ihre Strandwanderung. Sie verteilten Flyer, die nicht nur die Kernpunkte ihres Wahlprogramms enthielten, sondern auch noch eine Probe Sonnencreme. Die Tour führt bis zum 1. August über Usedom Rügen, Stralsund, Darß-Zingst, Rostock, Heiligendamm und Wismar.

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