Landwirtschaft : Schafhalter fordern Obergrenze für Wolf

Der Bestand an Schafen ist um 40 Prozent zurückgegangen.
Der Bestand an Schafen ist um 40 Prozent zurückgegangen.

Der Wolf und die Förderung der Schafhaltung sind die Hauptthemen der Jahresmitgliederversammlung des Landesschafzuchtverbandes. Die Schafhalter in Deutschland fordern eine Weidetierprämie wie in den meisten EU-Staaten.

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23. April 2018, 05:00 Uhr

Wegen der Rückkehr der Wölfe haben Schäfer in Mecklenburg-Vorpommern nach Kenntnis des Landesschafzuchtverbandes noch keine Betriebe aufgegeben. Auch bundesweit werde der Wolf nur selten als Grund für den Ausstieg aus der Schafhaltung genannt, sagte der Landes- und Bundesvorsitzende des Schafzuchtverbandes, Jürgen Lückhoff.

Dennoch war der Wolf am Samstag in Karow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ein Hauptthema der Jahresmitgliederversammlung des Landesverbandes, dem 237 Schafhalter angehören. Nur 50 von ihnen leben von der Schafhaltung. Laut Tierseuchenkasse waren im Vorjahr im Land rund 94 000 Schafe bei rund 4000 Haltern registriert. „Wir Schafhalter fordern eine Obergrenze für den Wolf in Deutschland“, sagte Lückhoff.

„Und wir wollen, dass auffällige Wölfe kurzfristig entnommen werden können.“ Dann müsse ein Jäger zur Waffe greifen dürfen. Zudem fordern die Schäfer mehr finanzielle Unterstützung für den Herdenschutz, der Voraussetzung sei, um eine Entschädigung für gerissene Tiere zu bekommen. Bislang trage das Land 75 Prozent der Kosten für Zaunmaterial und Herdenschutzhunde. Neben den 25 Prozent habe der Schäfer die Kosten für den Zaunbau und -erhalt sowie für Hunde zu tragen.

Ein weiteres Thema für den Schafzuchtverband ist die Förderung in Deutschland. Bis 2005 habe es eine Prämie für die Mutterschafe gegeben, danach eine Prämie für die Fläche. Damit seien etwa Hüteschäfer, die keine eigenen Flächen haben, oder Pächter benachteiligt worden. „Deutschlandweit ging der Bestand an Schafen in zehn Jahren um 40 Prozent zurück“, sagte Lückhoff. Die Schäfer fordern nun eine gekoppelte Weidetierprämie, wie sie in 22 EU-Staaten üblich ist.

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