Sommertour : Schätze zum Mitnehmen

Wenn er schwimmt, ist er echt: Christine Jamm testet mit Leonard und Melissa, welche Stücke tatsächlich Bernsteine sind.
Foto:
1 von 2
Wenn er schwimmt, ist er echt: Christine Jamm testet mit Leonard und Melissa, welche Stücke tatsächlich Bernsteine sind.

Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten lockt mit Angeboten für Kinder

von
11. Juli 2014, 11:50 Uhr

Leonard wiegt zwei Steine in seinen Händen, nachdenklich schaut er von einem zum anderen. „Der hier ist leichter“, sagt er dann triumphierend. „Und wärmer. Das ist der Bernstein.“ Der Urlauberjunge aus Wittenberg und seine Schwester Melissa sind zu Gast im KinderBernsteinLand. Zusammen mit Oma und Opa testen sie, welcher Stein aus der großen Schale überhaupt echter Bernstein ist. Dafür probieren sie aus, ob das Stück in ihrer Hand in Salzwasser schwimmt, ob es brennt oder ob es Papier anzieht, wenn man es gerieben hat. Christine Jamm hilft ihnen. „An manchen Tagen haben wir insgesamt bis zu 70 Kinder hier, auch Kita-Gruppen oder Schulklassen“, sagt die Museumspädagogin. „Sie sind fasziniert, wenn sie eine Spinne sehen, die in einem gläsernen Sarg eingeschlossen ist – wie Schneewittchen. Aber am meisten interessiert sie, wo man Bernstein finden kann und ob es überhaupt welcher ist.“

Hier im Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten wird nicht nur geguckt. Wer möchte, kann sich einen Bernstein aussuchen, mit Schleifpapier glätten und als Kettenanhänger mitnehmen. Auch das machen die Kinder gern, doch für sie gibt es noch weitere Angebote. Zum Beispiel können sie Einschlüsse in 3D betrachten, sie können mit winzigen Bernsteinen Bilder gestalten und als Postkarte mitnehmen oder in einer Wissensrallye das ganze Museum erkunden.

Doch auch für die Großen gibt es viel Spannendes zu sehen. Der Wald, in dem vor 50 Millionen Jahren Bernstein aus Baumharz entstand, war ein subtropischer, erklärt Direktor Ulf Erichson. So verwundert es nicht, dass unter anderem ein Gecko, ein Skorpion oder eine Gottesanbeterin eingeschlossen für die Ewigkeit konserviert sind. Zwei neue Exponate stehen jetzt in den Vitrinen: Ein mehr als 400 Jahre alter Hausaltar, 50 Zentimeter hoch und komplett aus Bernstein gefertigt, ist erst seit Ende Juni in Ribnitz.

Und ein Klumpen, so groß wie zwei Männerfäuste mit einem Gewicht von sage und schreibe einem Kilo Gewicht, ist ausgestellt. Zwei DDR-Grenzsoldaten hatten ihn 1972 am Strand der Greifswalder Oie, einer kleinen Insel zwischen Rügen und Usedom, gefunden. „Die gingen damit zum Uhrmachermeister nach Zinnowitz und wollten das gute Stück in zwei Teile schneiden lassen“, erzählt Erichson, der schon seit 25 Jahren im Museum arbeitet. „Doch der hat sich geweigert und den beiden den Bernstein abgekauft. Das Stück lag jahrzehntelang in seinem Schaufenster. Nun haben wir es von seinem Sohn erworben.“ Das Museum hat sich das Stück quasi selbst zum 60. Geburtstag geschenkt, der in diesem Jahr begangen wird.

Pro Jahr werden an den Küsten in Mecklenburg-Vorpommern etwa 200 bis 300 Kilo Bernstein gesammelt, schätzt Erichson. Viele Strandwanderer versuchen, die besonderen Stücke zu finden. Glück haben sie eher im Winter, am besten nach kräftigem Ostwind. Dann werden auch Holz und Tang angetrieben, in dem sich die begehrten Harzstücke verfangen.





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen