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Nitratbelastung : Schärfere Verordnung fürs Düngen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Grund ist EU-Vorgabe – Anlass ist die Nitratbelastung von Grundwasser und Gewässern einschließlich der Ostsee

von
erstellt am 05.Jan.2015 | 08:00 Uhr

In Deutschland soll auf Druck der EU eine neue Düngeverordnung in Kraft treten. Grund ist die durch zu viel Stickstoff-Dünger verursachte Nitratbelastung von Grundwasser und Gewässern einschließlich der Ostsee, sagte MVs Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Wochenende.

Neu ist laut Backhaus der Zeitraum für das Ausbringung von organischem Dünger: Er beginn nun am 1. Oktober, also einen Monat früher. „Die meisten Pflanzen können die Nährstoffe im Herbst nicht mehr in Gänze aufnehmen“, sagte er. Nicht aufgenommene Nährstoffe würden ins Grundwasser oder in Gewässer gespült. „Die Betriebe werfen damit bares Geld weg“, sagte Backhaus. Für Raps werde es eine Ausnahme geben.

Die Gesamtmenge für die Ausbringung von organischem Dünger wie Gülle und Mist soll nach der neuen Verordnung bei 175 Kilogramm Stickstoff je Hektar im Durchschnitt eines Betriebes bleiben. Neu sei aber, dass künftig auch Gärreste aus Biogasanlagen einberechnet werden sollen. Gülle darf nach der Sperrzeit ab Februar wieder aufs Feld, wenn der Boden nicht gefroren ist.

Backhaus fordert bundesweit Dichtheitsprüfungen für die Anlagen, in denen Jauche, Gülle und Sickersaft sowie Gärreste aus Biogasanlagen lagern. „Wir wollen, dass von den Anlagen keine Gefahr ausgeht“, sagte er. Daher müssten die Prüfungen auch für kleine Viehhalter in den alten Bundesländern gelten. Backhaus kritisierte, dass es dort Bestrebungen gebe, den kleinen Anlagen einen Bestandsschutz zu garantieren.

Die Ausbringung von Klärschlamm aus Kläranlagen wird dem Minister zufolge mit der neuen Düngeverordnung nicht geregelt. Backhaus regte an, einen Rückstellfonds zu bilden, den etwa Pharma- und Pflanzenschutzmittelhersteller speisen. Mit dem Geld sollten Schäden in der Umwelt behoben werden. Laut Statistischem Bundesamt gingen 2013 in Deutschland 27 Prozent des Klärschlamms aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen als Düngemittel an die Landwirtschaft.

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