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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 05:12 Uhr

Wölfe in MV : Schäfer fühlen sich umzingelt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Raubtiere töteten in den letzten acht Jahren mehr als 130 Tiere / Land zahlt 27 000 Euro Entschädigung

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Nach den erneuten Sichtungen von Wolfspaaren, sind Schäfer und Bauern in der Region besorgt. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern ist mit dem Wolfs-Managementplan seit 2010 auf die Grauhunde vorbereitet, doch ist das genug? Bernd Heinsohn, Vorstandsmitglied des Landesschafzuchtverbands sieht eine ernste Bedrohung in der Zunahme der Wolfssichtungen. „Wir möchten kein Wolfsfutter produzieren“, sagt der Züchter aus Deibow im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Er habe noch keine Wölfe auf seiner Weide gesichtet, doch spüre er die drohende Gefahr. „Ich bin umzingelt. Die Lübtheener Heide ist ganz in der Nähe. Wölfe bewegen sich bis zu 60 km pro Nacht.“

Bereits seit 2010 gibt es einen Wolfs- Managementplan. Mit diesem Plan wolle das Land betroffene Berufsgruppen unterstützen und den Schäfern ihre Ängste nehmen, heißt es aus dem Ministerium. Der Wolfs-Managementplan reagierte auf drängende Fragen der Schäfer wie den Ablauf der Schadensregulierung im Falle eines Angriffs und listet zuständige Meldestellen auf. Alle gesichteten Tiere werden außerdem in einem so genannten Wolfs-Monitoring erfasst.

Bisher wurden 45 ehrenamtliche Wolfsbetreuer in Mecklenburg-Vorpommern geschult, diese nehmen alle Hinweise auf die Tierart, wie Spuren, Losung aber auch Sichtungen, auf. Außerdem dienen sie für die Bevölkerung als Ansprechpartner in Sachen Wolf.

Die Schäden werden größer: Seit 2007 haben Wölfe in MV 131 Tiere getötet, weitere 42 verletzt. „Im Schadensfall bekommen wir zwar den Sachwert eines Tieres vom Land erstattet, doch der wirtschaftliche Schaden ist größer, da ihm die Lämmer fehlen“, so Heinsohn. Bislang hat das Land dem Landesschafzuchtverband zufolge mehr als 27 000 Euro als Ausgleich gezahlt.

Heinsohn berichtet, dass das Land im Zuge der zunehmenden Wolfs-Sichtungen weitere Schutzvorrichtungen empfiehlt. „Ich werde jetzt drei weitere Hütehunde benötigen.“ Für ihn sei das der effektivste Schutz gegen die Wölfe. „Je höher die Hundepräsenz desto besser.“ Andere Maßnahmen wie ein 1,40 cm hoher elektrischer Zaun würde ebenso die Weide wolfssicher machen. Auch Agrarminister Till Backhaus (SPD) bat die regionalen Tierhalter ihre Haltungen zu überprüfen. Sind weitere Vorkehrungsmaßnahmen notwendig, werden diese von der Förderrichtlinie Wolf unterstützt.

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