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Der Wolf in MV : Schäfer fordern mehr Unterstützung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ihr Verband spricht von inzwischen mindestens 500 Wölfen bundesweit

Die wachsende Ausbreitung der Wölfe stellt Deutschlands Schafzüchter vor größere Probleme als bisher bekannt. „Wir brauchen höhere Ausgleichszahlungen, die verbindliche Festlegung auf eine Größe der Wolfspopulation und einfachere Regelungen, um auffällig gewordene Raubtiere zu entnehmen“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) Jürgen Lückhoff. Auf Bundesebene sei da viel zu wenig passiert, und in den Bundesländern gebe es sehr unterschiedliche Regelungen.

In Deutschland leben nach Angaben des „Freundeskreises freilebender Wölfe“ derzeit etwa 47 Rudel, 21 Wolfspaare und mehrere Einzelwölfe. „Das sind mindestens 500 Wölfe“, schätzt Lückhoff, ein Rudel habe in der Regel acht bis zehn Tiere. Bundesweit wurden 2015 nach amtlicher Statistik bei etwa 200 Wolfsattacken rund 700 Schafe, Rinder und andere Nutztiere getötet. Für 2016 rechnet Lückhoff mit höheren Zahlen. Dem Verband gehören rund 8000 Mitglieder an.

Neben Attacken gegen Schafe, die trotz Sicherungsmaßnahmen am häufigsten Opfer sind, sorgten in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Wochen Wolfsangriffe auf Rinderherden für viel Aufsehen. So wurde bei Schlesin (Kreis Ludwigslust-Parchim) ein etwa 400 Kilogramm schwerer Ochse gerissen und halb aufgefressen. Es war nach Angaben des Betriebes bereits die zweite derartige Attacke der Raubtiere. „Die Rückkehr des Wolfes führt zu unkalkulierbaren rechtlichen Risiken für alle Betriebe mit Weidetierhaltung“, erläuterte Lückhoff.

Ähnlich argumentiert der Landesbauernverband MV, der wie im Nachbarland Brandenburg mit Mahnfeuern auf die Probleme aufmerksam macht. So sei unklar, wer bei Unfällen durch Panikfluchten von Weidetieren für Folgen haftet, erklärte Lückhoff. „Hier brauchen wir Rechtssicherheit, weshalb auf Bundesebene auch das Justizministerium einbezogen werden muss.“

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