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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 02:23 Uhr

Schäbig

vom

svz.de von
erstellt am 19.Nov.2007 | 05:07 Uhr

Selten zeigt sich das Versagen der so genannten Elite so deutlich wie im Fall des Bundestags-Vizepräsidenten und SPD-Politikers Wolfgang Thierse. Wie weit weg Einzelne von der Vorbildfunktion sind, der sich Mandatsträger und Amtsinhaber verpflichtet fühlen müssten, zeigt ausgerechnet ein durch sein hohes Amt zur Überparteilichkeit verpflichteter Politiker.
"Seine Frau im Dunkeln in Ludwigshafen sitzen zu lassen, wie es Helmut Kohl gemacht hat, ist kein Ideal", wird Thierse nach dem Rücktritt von Franz Müntefering zitiert. Wie schäbig und unanständig, auf diese Weise kleinkariert , charakterlich mies und parteipolitisch motiviert einen Vorteil erzielen zu wollen. Ist das der beste Mann der SPD, der den Bürgerinnen und Bürgern der Republik als Vizepräsident des deutschen Bundestages Beispiel geben soll? Viele - auch in der eigenen Partei - werden nach diesem Ausfall große Zweifel bekommen. Zu Recht.
Wie anmaßend! Da beurteilt jemand kenntnisarm, aber populistisch menschlich-dramatische Vorgänge im Hause Kohl, verurteilt sie sogar. Wie armselig gerade vor dem Hintergrund der Größe, die eben erst Thierses Parteifreund Müntefering gezeigt hat und die alle Hochachtung verdient.
Die Botschaft des Ausfalls ist diese: Wieder einmal stinkt der Fisch vom Kopf. Selbstbeherrschung, Besonnenheit, Maßhalten, Vorbild-Sein-Wollen sowie ein Gefühl für Anstand und für Verantwortung vor Gott oder der Schöpfung wünschen sich Bürger von Eliten. Die Thierse-Äußerung ist in jeder Hinsicht das Gegenteil.

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