Verspätete Auslieferung nach Rostock : Scandlines wartet auf neue Fähren

Das neue Scandlines-Fährschiff «Berlin» liegt am 04.06.2012 am Ausrüstungskai der P+S-Werft Standort Volkswerft Stralsund. Foto: Stefan Sauer dpa/lmv
Das neue Scandlines-Fährschiff «Berlin» liegt am 04.06.2012 am Ausrüstungskai der P+S-Werft Standort Volkswerft Stralsund. Foto: Stefan Sauer dpa/lmv

Die Fährreederei Scandlines wartet auf einen Auslieferungstermin für die im Bau befindlichen Großfähren auf der P+S-Werft in Stralsund. Bisher könne die Werft keine neuen und verlässlichen Auslieferungsdaten nennen.

svz.de von
08. Juni 2012, 07:29 Uhr

Rostock | Die Fährreederei Scandlines wartet auf einen Auslieferungstermin für die im Bau befindlichen Großfähren auf der P+S-Werft in Stralsund. "Noch immer kann uns die Werft keine neuen und verlässlichen Auslieferungsdaten nennen", so Scandlines-Vorstandschef Sören Poulsgaard Jensen. Zu möglichen Hilfen für die angeschlagenen P+S-Werften durch die Rostocker Reederei Scandlines wollte er sich nicht äußern. Poulsgaard Jensen verwies jedoch darauf, dass die Anpassung des Linienbetriebes auf der Strecke Rostock - Gedser infolge der Verzögerungen auf der Werft bereits jetzt mit hohen Zusatzkosten verbunden sei.

Um das Werften-Rettungspaket über 292 Millionen Euro schnüren zu können, müssen Mitarbeiter der P+S-Gruppe, Zulieferer und andere rund 109 Millionen Euro aufbringen. Die 1700 Schiffbauer wollen ihren Anteil in Höhe von 68 Millionen Euro durch Lohnverzicht beisteuern.

Poulsgaard Jensen begründete die Zusatzkosten damit, dass die Reederei gezwungen gewesen sei, ein drittes Fährschiff für die Linie Rostock - Gedser zu chartern und Buchungen zu ändern. Zudem könne Scandlines den Passagieren nicht das versprochene "An-Bord-Erlebnis auf neuen Fähren" bieten, mit dem die Reederei geplant und stark geworben habe. Scandlines hoffe, dass sich die Probleme lösen lassen, sagte Poulsgaard Jensen. Dazu sei die Fährreederei mit der Werft in ständigem Gespräch.

Ursprünglich sollte die erste der beiden Großfähren "Berlin" und "Kopenhagen" im März 2012 getauft werden. Technische Probleme haben bis heute die Fertigstellung der beiden, je 169 Meter langen Fähren verzögert und die finanzielle Schieflage der Werftengruppe befördert.

Die neuen Fähren sollen die 1980 erbauten Schiffe "Kronprins Frederik" und "Prins Joachim" ersetzen. Älteren Angaben zufolge investiert Scandlines rund 230 Millionen Euro in die Fähren und den Ausbau der Fähranleger in Rostock und Gedser.

Scandlines hatte jüngst für Aufsehen gesorgt, weil die Fährreederei einen Großteil ihrer Frachtrouten an den schwedischen Konkurrenten Stena Line verkaufen will. Das Unternehmen trennt sich von fünf Routen nach Skandinavien und ins Baltikum. Von der Veräußerung betroffen sind rund 300 Scandlines-Mitarbeiter, die allerdings Übernahme-Angebote von Stena bekommen sollen.


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