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Schonfrist für Rostocks Fährreeder : Scandlines trotzt Belt-Querung

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Die umstrittene Fehmarnbelt-Querung nach Dänemark kommt später als ursprünglich geplant. Mit dem Bau wird erst Mitte 2015 begonnen. Der Bauverzug beschert der Scandlines-Reederei im Ostseeverkehr zusätzliche Geschäfte.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2012 | 10:07 Uhr

Rostock | Schonfrist für Rostocks Fährreeder: Der Bauverzug der festen Fehmarnbelt-Querung beschert der Scandlines-Reederei im Ostseeverkehr zusätzliche Geschäfte. "Je länger der Bauprozess der festen Querung dauert, um so länger können wir unseren Kunden den Fährservice nach dem bestehenden Modell anbieten", erklärte Scandlines-Manager Søren Poulsgaard Jensen gestern gegenüber unserer Redaktion. Das Betreiberkonsortium der geplanten Fehmarnbelt-Querung hatte gestern den Baustart für das Tunnel-Projekt um mindestens ein Jahr auf Mitte 2015 verschoben.

Der umstrittene Milliarden-Bau hatte in der Vergangenheit für Zwist in der norddeutschen Wirtschaft gesorgt. Das Projekt sei unwirtschaftlich und eine Gefahr für Arbeitsplätze, so die Kritik vor allem an der Küste in MV. Der Bau werde einen "Wachstumsschub für die Region" bringen, die technologische Zusammenarbeit zwischen Norddeutschland und Dänemark fördern und vor allem den Arbeitsmarkt fördern, erhofften sich hingegen die Unternehmer in Westmecklenburg. Hamburg-Kopenhagen-Malmö in dreieinhalb Stunden statt bisher viereinhalb - die Begründung für die Investition sorgte vor allem auch bei Umweltschützern für massive Kritik - 5,6 Milliarden Euro Baukosten für eine Stunde Zeitgewinn.

Doch die Würfel sind gefallen: Trotz Bauverzug stellen sich die Fährreeder auf die neue Konkurrenz ein. So malt sich Scandlines auch nach der geplanten Fertigstellung des Tunnels 2021 gute Geschäfte aus. Es könne auch später einen Bedarf für einen parallelen Fährverkehr zur festen Querung geben, meinte Scandlines-Chef Jensen gestern: "Unsere Schiffe werden bis 2018 abgeschrieben sein, sodass wir in der Lage sein werden, mit einer niedrigen Kostenstruktur zu operieren. Für die feste Querung werden Mautgebühren fällig, sodass wir uns vorstellen können, dass sich auch weiterhin Menschen für die Fähre entscheiden." Konkurrenz für die Tunnelbetreiber: Die waren in den Verkehrsprognosen für den Fehmarnbelt bislang davon ausgegangen, dass der Fährverkehr zwischen Puttgarden und Rødby nach Eröffnung der festen Querung eingestellt wird. Der Betrieb einer Fährverbindung parallel zu einer festen Querung scheine wirtschaftlich nicht tragbar, heißt es bei der Betreibergesellschaft Femern A/S.

Weitere Verzögerungen des Prestigebaus sind indes nicht ausgeschlossen. Vorerst würden sich die Genehmigungsverfahren für den 18 Kilometer langen Tunnel länger als erwartet hinauszögern, so die Betreiber. "Der Bedarf an Koordinierung und Detailplanung ist höher, als wir erwartet haben", meint Femern-Chef Leo Larsen. Im Sommer 2015 sollen die Bauaufträge vergeben werden. Geplant ist ein Tunnel mit einer zweigleisigen Bahnstrecke und einer vierspurigen Autobahn, dessen vorgefertigten Einzelteile in der Ostsee versenkt werden sollen.

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