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Scandlines: Betriebsrat fürchtet Ausverkauf

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erstellt am 20.Apr.2012 | 06:59 Uhr

Rostock | Neue Hiobsbotschaft für die Beschäftigten der Reederei Scandlines: Das deutsch-dänische Unternehmen steht zum wiederholten Mal vor gravierenden Einschnitten. Offenbar verhandelt die Geschäftsführung über einen Verkauf der Frachtlinien. "Das wären 50 Prozent unseres Geschäfts, also der Ausverkauf von Scandlines auf Raten", sagt Beriebsratsvorsitzender Detlef Kobrow. Bis zu 300 weitere Arbeitsplätze stehen seinen Angaben zufolge auf dem Spiel.

Erst am Donnerstag hatte die Reederei, die den Finanzinvestoren 3i und Allianz gehört, den Abbau von 175 Arbeitsplätzen vor allem in der Verwaltung angekündigt. Laut Betriebsrat würde die Entlassungswelle 75 Kollegen an den deutschen Standorten in Rostock und Puttgarden treffen. Von den jetzt bekannt gewordenen Verkaufsüberlegungen seien die die Rostocker Verbindungen nach Trelleborg und Hanko sowie unter anderem Sassnitz-Trelleborg und Travemünde-Kleipeda betroffen. Zwar sei der Verkauf noch nicht besiegelt. Der Scandlines-Betriebsrat rechnet aber damit, dass das Projekt "Eagle" (Adler), wie es intern genannt wird, noch 2012 über die Bühne gehen könnte.

Geschäftsführer Bengt Phil hatte bei der jüngsten Ankündigung von Entlassungen gesagt, Scandlines bleibe dennoch eine der größten Reederein im Ostseeraum. Das Unternehmen müsse sich aber im Wettbewerb wegen ständig steigender Treibstoff- und Fixkosten besser aufstellen. Betriebsrats-Chef Kobrow betont allerdings, Scandlines erziele seit Jahren Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe. "Anscheinend reichte den Finanzinvestoren 3i und Allianz Capital dieser Gewinn aber nicht", sagt er. Durch 21 Geschäftsführerwechsel und ständige Umstrukturierungen herrsche im Unternehmen große Unruhe. In den nun beginnenden Verhandlungen mit der Geschäftsführung wolle der Betriebsrat um jeden einzelnen Arbeitplatz kämpfen.

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