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Illegale Fischerei? : Sassnitzer Trawler sitzt fest

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Eine Sassnitzer Fischereigesellschaft muss wegen illegaler Fänge vor der französischen Küste eine Geldstrafe in Höhe von 580.000 Euro zahlen. Der schnelle Urteilsspruch wurde wohl durch ein Schuldeingeständnis möglich.

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erstellt am 18.Dez.2012 | 06:55 Uhr

Sassnitz/Paris | Eine deutsche Fischereigesellschaft muss wegen illegaler Fänge vor der französischen Küste eine Geldstrafe in Höhe von 580 000 Euro zahlen. Ein Gericht in Cherbourg am Ärmelkanal sah gestern als erwiesen an, dass ein Schiff des Sassnitzer Unternehmens Westbank Hochseefischerei gegen geltendes Recht verstieß. Die rund 140 Meter lange "Maartje Theadora" war am Mittwoch vergangener Woche in Nähe des Cap dAntifer gestoppt und zur Fahrt nach Cherbourg gezwungen worden.

Der schnelle Urteilsspruch wurde nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP durch ein Schuldeingeständnis möglich. Eigentlich sollte das Verfahren erst im kommenden Jahr beginnen. Eine am Montag beschlossene Rekordkaution für das Schiff brachte den niederländischen Mutterkonzern des Unternehmens Westbank Hochseefischerei aber offensichtlich zum Umdenken. Um die "Maartje Theadora" freizubekommen, sollte sie 1,245 Millionen Euro hinterlegen. Die deutsche Gesellschaft wollte sich nach dem Urteil zunächst nicht äußern.

Der Besatzung der "Maartje Theadora" wurde unter anderem vorgeworfen, ohne Erlaubnis Holzmakrelen gefischt zu haben. Zudem soll sie illegal mehrere Netzarten kombiniert haben, um die Fangmenge zu erhöhen. Das zum niederländischen Fischereikonzern Parlevliet & Van der Plas gehörende Unternehmen mit Sitz in Sassnitz auf Rügen hatte die Vorwürfe zunächst bestritten und von einem falschen Logbucheintrag gesprochen. "Wir haben eine Quote, die uns von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zugewiesen wurde. Auf Grundlage dieser Quote haben wir legal gefischt", hatte der der Geschäftsführer der Sassnitzer Firma, Uwe Richter, gesagt. "Wir verwehren uns massiv gegen den Vorwurf, illegal gefischt zu haben."

Richter sagte, das Urteil sei "skandalös und völlig überzogen". Es habe auf der "Maartje Theadora" mit rund 45 Mann Besatzung lediglich einen falschen Logbucheintrag gegeben. Der Kapitän habe die falsche Maschenweite eingetragen. Diese Verstöße würden nach den EU-Regularien im Regelfall mit einer Verwarnung geahndet. Laut Richter hätten die Kontrollbehörden auf der "Maartje Theadora" jedoch nicht einmal die Netze kontrolliert.

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