Neue Fährverbindung für den Bahngüterverkehr : Sassnitz ist Teil der Transsib

<strong>Da geht es wieder direkt nach Russland:</strong> Kanzlerin  Merkel  zwischen den Bahnchefs Grube (l.)  und Jakunin in Sassnitz-Mukran. Foto: dapd
Da geht es wieder direkt nach Russland: Kanzlerin Merkel zwischen den Bahnchefs Grube (l.) und Jakunin in Sassnitz-Mukran. Foto: dapd

Die einzige direkte Eisenbahn-Fährverbindung zwischen Deutschland und Russland ist eröffnet. Das Startsignal für die Fähre zwischen Sassnitz auf Rügen und Ust-Luga bei St. Petersburg gab gestern Kanzlerin Angela Merkel.

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08. Juni 2012, 08:11 Uhr

Sassnitz | Die einzige direkte Eisenbahn-Fährverbindung zwischen Deutschland und Russland ist eröffnet. Das Startsignal für die Fähre zwischen Sassnitz auf Rügen und Ust-Luga bei St. Petersburg gab gestern Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Eigenschaft als vorpommersche Bundestagsabgeordnete. Die Eisenbahnfährlinie sei von großer strategischer Bedeutung, sagte Merkel. "Damit rücken beide Länder wirtschaftlich noch näher zusammen." Die Fahrt mit der 1985 gebauten "Petersburg" über mehr als 1200 Kilometer dauert nach Angaben der Bahn von Hafen zu Hafen 38 Stunden.

In die Fähre können beladene russische Eisenbahnwaggons bis nach Deutschland gebracht und hier ent- oder beladen werden. Dies sei vor allem für den Massen-, Schwerlast- und Gefahrgüterverkehr attraktiv, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Die Deutsche Bahn nutzt die Linie, um 38 von Siemens gebaute Züge, die 2014 zu den olympischen Spielen in Sotschi fahren sollen, zu transportieren. Gestern wurde der dritte Zug verladen. Die Linie sei eine "bedeutende Eisenbahnbrücke quer über die Ostsee" und eine umweltfreundliche Alternative zu den bestehenden Lkw-Landrouten, sagte Grube.

Der 1986 in Betrieb genommene Fährhafen Sassnitz, über den bis Anfang der 90er Jahre große Warenmengen und Militärtruppen von und nach Russland transportiert wurden, verfügt über ein knapp 30 Kilometer langes Breitspur-Schienennetz, wie es in Russland üblich ist. Der Hafen kann daher nach Worten von Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Volker Schlotmann (SPD) als der "westlichste Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn" betrachtet werden. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Wirtschaftskrise in Russland brach der Verkehr auf der Deutschland-Russland-Route ein.

Die nun aufgenommene regelmäßige Linie wird künftig einmal wöchentlich zwischen Sassnitz und Ust-Luga verkehren. Bereits in den Vorjahren gab es Versuche, die Eisenbahnfährlinie nach Russland wiederzubeleben. "Die Eröffnung ist ein Ergebnis von vielen Jahren harter Arbeit", sagte Schlotmann. Ausstehende Zollabkommen und bürokratische Hürden hatten die Inbetriebnahme der Fährlinie immer wieder verzögert.

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