Sanierung der Skihalle kostet Millionen

svz.de von
30. Juli 2010, 07:51 Uhr

Ludwigslust | Einsturzgefahr in der Skihalle Wittenburg: Die Bauaufsicht des Landeskreises Ludwigslust hat Kritik zurückgewiesen, zu spät das bereits seit Monaten durch gravierende Kons truktionsmängeln gefährdete Alpincenter geschlossen und Gefahren für Besucher in Kauf genommen zu haben. Es habe kein Risiko bestanden, widersprach Vize-Landrat Wolfgang Schmülling gestern. Die Ende 2009 entdeckten Schäden seien von drei Sachverständigenbüros beobachtet und zugleich Stabilitätsberechnungen angestellt worden. Man sei ein kontrolliertes Risiko eingegangen, bescheinigte Peter Otte, Präsident der Ingenieurkammer MV, den Aufsichtsbehörden. Doch erst jetzt hätten Fachleute die Gefahr für so hoch eingeschätzt, dass die Halle geschlossen werden musste, meinte Schmülling. Ab 7. August soll der 75 Millionen Euro teure und erst vor vier Jahren eröffnete Freizeitpark zunächst für zwei bis drei Monate geschlossen bleiben. Schmülling: "Sicherheit geht vor." Die Schließung erfolge "deutlich vor" dem von den Experten berechneten kritischen Zeitpunkt des Gefahrenszenarios. Eine offenbar fehlerhafte Ableitung der Kälte unter der permanent unter Minusgraden stehenden Skihalle oder eine falsche Isolierung habe eine teilweise 4,5 Meter dicke Frostschicht unter dem Bau entstehen lassen, die jetzt zu den Schäden geführt habe. "Der Frost hebt die Halle", sagte Schmülling. Erste Metallteile hätten sich verbogen. Es gebe "Zwang in der Konstruktion", meinte Ingenieurpräsident Otte. "Das System verspannt sich."

Die holländischen Betreiber, die Touristikgruppe Van der Valk, hatte am Donnerstag angekündigt, als Mieter der Halle die Sanierungskosten zu übernehmen. Das Familienunternehmen, dass erst vor zwei Jahren nach der Pleite der Skihalle das Schneeparadies übernommen hatte, dürfte damit Druck auf die bislang zäh verlaufenden Kaufverhandlungen mit der Besitzgesellschaft ausüben und den Kaufpreis deutlich nach unter drücken wollen. Gestern legte Van der Valk die ersten Sanierungspläne vor, die jetzt geprüft würden, sagte Schmülling. Man müsse von Kosten in siebenstelliger Höhe ausgehen. Die Sanierung dürfte indes schwierig werden. "Das ist sehr aufwendig", sagte Ingenieurpräsident Otte.

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