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Insolvenzverwalter der P+S-Werften stellt sich vor : "Sanierer statt Abwickler"

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Die P+S-Werften sehen sich mit Forderungen von mehr als einer halben Milliarde Euro konfrontiert. Im Insolvenzantrag werden allein für die Gruppe der Großgläubiger Forderungen von 511 Millionen Euro benannt.

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erstellt am 30.Aug.2012 | 07:32 Uhr

Stralsund | Es ist wohl der schwierigste Job, den die Wirtschaft in MV derzeit anzubieten hat: Die vorläufige Insolvenzverwaltung der angeschlagenen P+S-Werften in Stralsund und Wolgast. Doch der 63-jährige Berthold Brinkmann geht zuversichtlich an die Aufgabe, die Werften mit ihren rund 1800 Mitarbeitern zu retten. Seit 33 Jahren ist der Hamburger Rechtsanwalt, Steuerberater und vereidigte Buchprüfer in Sachen Insolvenzverwaltung und Restrukturierung von Betrieben unterwegs. Sein bundesweit tätiges Unternehmen beschäftigt 450 Mitarbeiter. "Wir versuchen, viele Betriebe fortzuführen und sie so weit wie möglich zu erhalten", sagt Brinkmann.

Dass er angeschlagene Werften retten kann, hat er schon bewiesen. So gelang ihm im Juni 2012 für Deutschlands älteste Werft, die Hamburger Sietas-Gruppe, Investoren zu finden. Auch für die Wadan-Werften in Wismar und Warnemünde fand er 2009 mit Witali Jussufow einen Investor, dem es trotz anfangs vieler Zweifel gelungen ist, dass an beiden Standorten der Nordic-Werften Umspannplattformen für Windparks gebaut werden. Im August wurde sogar der Auftrag für den Bau eines Spezialschiffes an Land gezogen.

So begrüßt denn auch die IG Metall Küste die Wahl Brinkmanns als Insolvenzverwalter. "Er trat bisher als Sanierer und nicht als Abwickler auf", sagt Gewerkschaftssprecher Heiko Messerschmidt.

Dem von Werftenmanager Rüdiger Fuchs eingereichten Antrag auf Eigenverwaltung gab das Amtsgericht zunächst nicht statt. Zunächst soll geprüft werden, ob dies den Gläubigerinteressen entgegenstehe. Fünf Zulieferfirmen haben Kurzarbeit angemeldet. Betroffen sind 86 Arbeitnehmer. Zwei weitere Firmen kündigten für 50 Arbeitnehmer Entlassungen an. Die Werft-Mitarbeiter erhalten bereits für August Insolvenzgeld, das in Höhe des Nettolohns für drei Monate gezahlt wird. Es soll so bald wie möglich ausgezahlt werden.

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