zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 03:51 Uhr

Sammlerpuppe oder Lieblingsteddy?

vom

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2012 | 09:34 Uhr

Wittenberge | Mit kritischem Auge wird der kleine Teddybär genauestens untersucht. "Das ist noch der originale Filz, der hat kaum Beschädigungen und Verfärbungen, das sieht sehr gut aus." Karin Schrey tastet die Ohren und die Nase ab, befühlt die Augen. "Die sind noch aus Glas, das spürt man mit einem Griff dahinter ganz genau. Der ist von der Firma Hermann, das erkennt man an den drei Krallen, wohingegen die von Steiff vier Krallen haben. Auch die Ohren sitzen anders als bei den Teddys des Konkurrenten. Dieser stammt aus den 50er Jahren und sind heute etwa 60 bis 80 Euro wert."

Die Besitzerin des Bären ist zufrieden, kennt sie doch nun den Wert ihres Erbstücks. Wie sie nutzten viele Prignitzer am Sonntag die einmalige Chance, ihre Puppen und Teddybären anlässlich des letzten Tages der Barbie-Ausstellung im Wittenberger Stadtmuseum schätzen zu lassen. "Mit derartiger Resonanz auf das Angebot hätten wir nicht gerechnet", gibt Museumschefin Birka Stövesandt zu. "Und auch nicht mit so tollen Stücken, wie sie von manchen Besuchern hier mitgebracht werden", ergänzt Bettina Dorfmann.

Seit vielen Jahren dreht sich ihre Sammelleidenschaft um die Trendsetterin schlechthin unter den Puppen - die Barbie. Im Guinness-Buch der Rekorde ist ihre Barbie-Sammlung als größte weltweit eingetragen, und ein Ausschnitt ihrer Stücke war bis zum Wochenende im Stadtmuseum zu sehen. "Das Sammeln von Spielzeug im Allgemeinen und Puppen im Speziellen war eher ein Phänomen der 80er und 90er Jahre", sagt die Expertin. "Viele Kollektionen älterer oder verstorbener Sammler wurden in den letzten Jahren aufgelöst, deshalb ist auf den Börsen ein Preisverfall festzustellen."

Auch Ria Müller aus Dallmin hat ihre Puppe mitgebracht und möchte wissen, was sie noch wert ist. "Ich will sie nicht verkaufen, denn sie gehört zu meinem Leben. Als Kind durfte ich nur ganz vorsichtig damit spielen, sie mal im Puppenwagen spazieren fahren, aber meist hatte meine Mutter da ein scharfes Auge drauf", sagt sie schmunzelnd. "Sie hat ein schönes Gesicht, das gefällt mir bei Sonneberger Puppen immer sehr gut", beginnt Bettina Dorfmann ihre Einschätzung. "Auch das Kleid ist mit viel Liebe zum Detail genäht und aus einem schönen Stoff. Leider ist im Gesicht der Lack abgeplatzt, und auch die Haare, die offenbar später mal angeklebt wurden, sind nicht original." An den Beschädigungen könne man genau erkennen, was Sammlerpuppen sind und welche wirklich zum Spielen verwendet wurden. "Sammler lassen die Puppen oft restaurieren, für ,normale Besitzer aber sind die vermeintlichen Macken der Puppen und Teddys oft mit Erinnerungen an die Kindheit verbunden und machen daher den eigentlichen Wert aus."

Schließlich bekommt die Besitzerin eine fachkundige Einschätzung von Bettina Dorfmann. "So ist sie etwa 30 Euro wert. Restauriert, mit neuer Perücke und gereinigtem Kleid sind auch 80 bis 90 Euro drin."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen