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Sternenhimmel im September : Sagenhafte Sternbilder – So lohnt sich der Blick in den Nachthimmel

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Sonne, Mond und Sterne im Oktober: Ende des Monats endet die Mitteleuropäische Sommerzeit

svz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Mit Einbruch der nun immer früher einsetzenden Dunkelheit zeigt sich im Südwesten der Ringplanet Saturn. Er ist zurzeit der einzige helle Wandelstern am Abendhimmel, der gut mit bloßem Auge zu sehen ist. Er hält sich gegenwärtig im Sternbild Schlangenträger auf. Der Ringplanet verkürzt im Laufe des Oktobers drastisch die Zeit, während er am Himmel zu sehen ist. Anfang des Monats geht er kurz nach 22 Uhr unter, am Monatsende bereits fast zwei Stunden früher.

Außer Saturn sind die fernen Planeten Uranus und Neptun am Abendhimmel vertreten. Sie sind aber so lichtschwach, dass sie mit bloßem Auge praktisch nicht zu sehen sind. Im Teleskop zeigt sich Uranus als winzige, grünliche Murmel. Am 19. steht der grüne Planet der Sonne im Sternbild der Fische genau gegenüber, der Astronom nennt diese Konstellation Opposition. 84 Jahre benötigt Uranus, um einmal die Sonne zu umkreisen. Mit 51 118 Kilometern ist sein Durchmesser viermal größer als der der Erde. Fünf große Monde begleiten Uranus auf seinem Weg um die Sonne. Sie heißen Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon. Außerdem bindet er mit seiner Schwerkraft zwei Dutzend Minimonde an sich.

Am abendlichen Sternenhimmel macht sich nun der Herbst bemerkbar. Das Sommerdreieck ist deutlich nach Westen gerückt. Es setzt sich aus den drei Sternen Wega, Deneb und Atair zusammen. Deneb steht dabei noch zenitnah. Steil über unseren Köpfen sieht man das Himmels-W, die Königin Kassiopeia. Der Große Wagen hingegen rollt tief am Nordhorizont entlang und kann leicht übersehen werden.

Hoch im Süden erblickt man ein markantes Sternenviereck. Es bildet den Hauptteil des Pegasus, dem geflügelten Pferd der Poeten. Das Pegasusquadrat charakterisiert den Herbsthimmel, weshalb man es auch Herbstviereck nennt. Denn der Pegasus gilt als Leitsternbild des Herbsthimmels. Der klassischen Sage nach entsprang das geflügelte Ross dem Leib der schrecklichen Medusa, nachdem Perseus ihr den schlangenbesetzten Kopf abgeschlagen hatte. Auch Perseus ist als Sternbild am Herbsthimmel vertreten.

An das Pegasusquadrat schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. In ihr erblickt man ein schwach schimmerndes, längliches Lichtfleckchen. Das ist unsere Nachbarmilchstraße, die Andromedagalaxie in fast drei Millionen Lichtjahren Entfernung. Halbhoch am Osthimmel nimmt der Widder seinen Platz ein. Tief im Süden flackert ein heller Stern, nämlich Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. Der Name stammt aus dem Arabischen und heißt so viel wie „Maul des Fisches“.

Knapp über dem Südosthorizont ist das Sternbild Walfisch aufgegangen, mit lateinischem Namen heißt es Cetus. Es ist schwer zu erkennen, da seine Sterne lichtschwach und weit verstreut sind. Der Walfisch ist in diesem Fall ein Fabelwesen. Es handelt sich um ein schreckliches Ungeheuer, das die Prinzessin Andromeda verschlingen will. Sie wird aber von Perseus gerettet.

Tief am Osthorizont ist der rötliche Aldebaran, Hauptstern des Stieres, aufgegangen. Das Wintersternbild Stier kündigt die kommende Jahreszeit an. Im Nordosten fällt ein heller, gelblicher Stern auf, die Kapella im Sternbild Fuhrmann. Genau genommen handelt es sich hier um eine Doppelsonne in 45 Lichtjahren Entfernung.

Venus spielt nach wie vor ihre Rolle als Morgenstern. Allerdings verkürzt sich ihre Sichtbarkeitsdauer merklich. Am Monatsanfang geht der innere Nachbarplanet der Erde um fünf Uhr morgens auf, Ende Oktober erst eineinhalb Stunden später. Auch Mars kann am Morgenhimmel aufgefunden werden. Er wird am 5. Oktober von Venus knapp nördlich überholt. Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zieht am 17. am roten Planeten und am 18. an Venus vorbei – ein interessanter Anblick für Frühaufsteher. Der Riesenplanet Jupiter hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen.  Auch Merkur zeigt sich nicht.

Am 5. tritt um 20:40 Uhr die Vollmondphase ein. Der hellglänzende Mond steht dabei im Sternbild Walfisch und überstrahlt alle seine Sterne. In Neumondposition kommt der Erdtrabant am 19. um 21:12 Uhr.

Am Sonntag, 29. Oktober 2017, endet die Mitteleuropäische Sommerzeit. Um drei Uhr morgens sind die Uhren um eine Stunde zurückzudrehen. Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wird im Laufe des Oktobers um zwei Stunden kürzer.

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