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Schulabbrecherquote in MV : Sackgasse für Förderschüler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DGB-Expertise: Hohe Schulabbrecherquote in MV ist systembedingt

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2015 | 09:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hat mit 10,3 Prozent nach wie vor die bundesweit höchste Schulabbrecherquote, die fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent) ist. Zu diesem Ergebnis kommt der Essener Bildungsforscher Prof. Klaus Klemm in einer Expertise im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Klemm hatte untersucht, wie die 2008 auf dem Bildungsgipfel in Dresden vereinbarten Ziele in den einzelnen Bundesländern umgesetzt wurden. Die damals angestrebte Halbierung der Quote der Schulabgänger/innen ohne Schulabschluss von 8 auf 4 Prozent ist demnach bundesweit noch nicht geglückt. Dabei würde Klemm zufolge ein großer Teil der Schulabrecher die Voraussetzungen für einen Schulabschlus erfüllen. So verfehlten zum Beispiel in Mathematik nur 2,8 Prozent der Neuntklässler hierzulande die Mindestanforderungen für die Berufsreife. „Das ist bundesweit der zweitbeste Wert und verweist auf eine gute Unterrichtsqualität in unserem Land“, bestätigt die Bildungsexpertin der Grünen im Landtag, Ulrike Berger. „Es kann daher nicht sein, dass die Abbrecherquote trotzdem die bundesweit höchste ist. Hier stimmt also offensichtlich etwas im Schulsystem in Mecklenburg-Vorpommern nicht.“ Den Grund für diese Situation sieht Berger in dem hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern an Förderschulen. Viele von ihnen gehörten dort gar nicht hin, landeten aber wegen falscher Diagnoseverfahren für Förderbedarfe auf ihrem Bildungsweg in einer Sackgasse.

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