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Sachsen traf das Hochwasser besonders heftig

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erstellt am 10.Aug.2012 | 09:34 Uhr

Dresden | Es sind Tage der Superlative: Superlative von Leid, Angst und Verwüstung, Fassungslosigkeit, aber auch von menschlicher Nähe, Solidarität und Durchhaltewillen. "Die Bilder sind noch immer präsent", sagt der Mediziner Prof. Andreas Werner, wenn er über die Tage der Jahrhundertflut von 2002 spricht. Werner (59) war schon damals ärztlicher Direktor des Diakonissenkrankenhauses in Dresden. Nach Tagen des Bangens musste auch sein Krankenhaus, das nur einen Steinwurf von der Elbe entfernt liegt, im August evakuiert werden.

Werner erinnert sich an den Kampf um sein Krankenhaus, an die Krisensitzungen der Stadtverwaltung, die widersprüchlichen Prognosen zum Wasserstand, an fassungslose Angehörige von Patienten, an die Helfer mit Sandsäcken. Dann kommt er fast ins Schwärmen, als er vom Einsatz der Bundeswehr bei der Evakuierung spricht. "Es lief dann alles so geordnet, so professionell", sagt er mit Dankbarkeit in der Stimme.

Was der Mediziner so bewegt beschreibt, ist Teil des größten zivilen Einsatzes der Bundeswehr und verdeutlicht die Dimension der Katastrophe. Mehrere Dresdner Krankenhäuser müssen geräumt und Patienten gar mit Flugzeugen aus der Stadt geflogen werden - weil ungeheure Wassermassen über Dresden und andere Orte vor allem entlang der Elbe her einbrechen. Als sich nach heftigen Regenfällen im Erzgebirge am 12. August 2002 die kanalisierte Weißeritz in Dresden ihr altes Flussbett zurückerobert und Teile der Innenstadt überschwemmt, ahnt noch niemand etwas von einer Jahrhundertflut, die dann besonders die Anrainer der Elbe über Wochen in Atem halten wird.

Denn gespeist aus übervollen Bächen schwillt schließlich die Elbe unaufhaltsam an und überflutet Teile der Landschaft bis in den Norden Deutschlands, weicht Schutzwälle auf, durchbricht Deiche, bringt Menschen an den Rand ihrer Kräfte. Sachsen ist im August 2002 schließlich mit Abstand das am meisten betroffene Bundesland: Die Schäden summieren sich entlang der Gebirgsflüsse sowie an Elbe und Mulde auf rund 8,6 Milliarden Euro. Wie Pappkartons weggespülte Häuser, zerstörte Brücken, aufgerissene Bahndämme, verschlammte Straßen, durchnässte Kunstschätze, verwüstete Parks und zerstörte Betriebe hinterlässt die Jahrhundertflut. In Dresden erreicht die Elbe am 17. August den historischen Höchststand

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