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Schneefall, kräftiger Wind und glatte Straßen in MV : Rutschige Pisten im Nordosten

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Gefährliche Verhältnisse für Autofahrer: Schneefall, kräftiger Wind und glatte Straßen haben die Straßen in MV zu Rutschpisten gemacht. Bis zum frühen Nachmittag ereigneten sich 63 Unfälle im Land.

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erstellt am 21.Feb.2013 | 08:44 Uhr

Gefährliche Verhältnisse für Autofahrer: Schneefall, kräftiger Wind und glatte Straßen haben die Straßen in Mecklenburg-Vorpommern zu Rutschpisten gemacht. Bis zum frühen Nachmittag ereigneten sich 63 Unfälle im Land.

Auf Rügen fuhr in der Nacht zum Donnerstag eine Autofahrerin bei Berglase in eine Schneewehe und stieß dann gegen einen Baum. Die 42-Jährige wurde leicht verletzt.
Bei Strüßendorf rutschte ein tonnenschwerer Kran von der glatten B96 in den Graben. Die Bundesstraße musste für eine Stunde voll gesperrt werden, wie das Polizeipräsidium Neubrandenburg mitteilte. Auf der B105 gab es Schneeverwehungen, unter anderem bei Löbnitz, Wiepkenhagen und Martensdorf im Altkreis Nordvorpommern. Straßen mussten aber nicht gesperrt werden. Im Raum Rostock verzeichnete die Polizei ein Dutzend Glätteunfälle mit zum Teil erheblichen Sachschäden und einigen Leichtverletzten.

Bereits am Mittwochabend war wenige Meter vor der polnischen Grenze ein Auto bei Nadrensee (Kreis Vorpommern-Greifswald) mit einem Sattelauflieger zusammengeprallt. Der Lastwagen war nach Polizeiangaben zunächst auf der Autobahn 11 auf glatter Fahrbahn ins Schleudern geraten, gegen eine Leitplanke gestoßen und anschließend auf der Straße quer zum Stehen gekommen, teilte das Polizeipräsidium Neubrandenburg mit. Der Fahrer des Pkws konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und kollidierte mit dem Lkw. Der Autofahrer kam mit leichten Verletzungen davon. Die A11 wurde in eine Richtung sechs Stunden lang gesperrt.

Nahe Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim rutschte am Mittwochnachmittag ein Auto in einer Kurve von der winterlichen Fahrbahn und prallte gegen einen Baum. Eine 44-jährige Insassin wurde schwer, ein einjähriges Kleinkind in dem Auto leicht verletzt.

Die zum Teil starken Schneefälle auf Rügen und nahe der Ostseeküste in diesen Tagen gehen auf den sogenannten Lake-Effekt (See-Effekt) zurück. Dabei nimmt kalte Luft aus Russland und dem Baltikum über der wärmeren Ostsee viel Feuchtigkeit auf, wie Meteorologe Thomas Globig vom Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee erklärt. „Die Ostsee hat derzeit zwei Grad“, sagt er. Wenn die mit Feuchtigkeit aufgeladene kalte Luft das Festland erreicht, entladen sich die Wolken – und es schneit ergiebig. Deshalb ist derzeit vor allem der Nordosten des Landes vom Schneefall betroffen. Seinen Namen hat der „Lake-Effekt“ von den Großen Seen (Great Lakes) im Norden der USA. Dort kommt es zu starken Schneefällen, wenn kalte Luft aus Kanada über den noch warmen Gewässern Feuchtigkeit aufnimmt.

Der „Lake-Effekt“ schwächt sich Globig zufolge ab, kann aber bis Samstag immer noch Schnee bringen. „Es bleibt winterlich, aber nicht mehr so kritisch“, sagte er. In der Nacht zu Sonntag bringe der Ausläufer eines weiteren Tiefs von Süden her neuen Schnee, dann bekomme auch Westmecklenburg mehr ab. Nächste Woche werde es wärmer – ob dies dann das Ende des Winters sein wird, wisse er aber nicht. Der Deutsche Wetterdienst hat einen Anstieg der Temperaturen für die erste Märzwoche vorausgesagt.

Engpässe beim Winterdienst habe es laut Verkehrsministerium in Schwerin bislang nicht gegeben. Die Vorräte an Streusalz werden ständig durch Nachlieferungen aufgefüllt, teilte ein Ministeriums-Sprecher mit. „Durch den Einsatz moderner Technik können wir sparsam Streusalz einsetzen“, sagte der Sprecher weiter. Je nach Witterung werde höher oder niedriger konzentrierte Salzlake eingesetzt. Die Straßenmeistereien rechnen in dieser Winter-Saison mit einem Salzverbrauch von rund 35000 Tonnen. Das entspricht in etwa der Menge aus den Vorjahren.

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