Außenhandelsvolumen in MV : Russlandgeschäft brummt

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Sellering: Außenhandelsvolumen in MV auf Rekordniveau / Fachleute sehen hingegen Exportdefizite

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04. März 2015, 20:55 Uhr

Florierende Geschäfte trotz Krieg in der Ukraine: Ungeachtet verhängter Handelssanktionen, Einfuhrverbote und der Kritik an Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt hat die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern das Russlandgeschäft deutlich ausgeweitet. Im vergangenen Jahr erreichte das Außenhandelsvolumen sogar einen neuen Rekordwert – mit 1,065 Milliarden Euro im Im- und Export war Russland nach Polen der zweitwichtigste Handelspartner für MV, geht aus der Außenhandelsstatistik des Statistischen Amtes Schwerin hervor. Danach gingen der Export leicht zurück – um 4,4 Prozent auf 240 Millionen Euro. Die durch den Ukraine-Konflikt verhängten Handelsbeschränkungen würden sich vor allem in der Ernährungsbranche in MV niederschlagen, erklärte Jens Matschenz, Sprecher der Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommerns (VUMV) gestern: MV sei von den Handelsbeschränkungen stärker betroffen als andere Industrieregionen in Deutschland. Die betroffenen Firmen der Ernährungswirtschaft falle es schwer, neue Absatzmärkte zu finden. Russland hatte als Reaktion auf von der EU verhängte Handelssanktionen ein Einfuhrverbot für westliche Lebensmittelhersteller verhängt.

Nach Verlusten im Export: Die Einfuhr russischer Waren explodierte hingegen und stieg um 115,5 Prozent auf 825 Millionen Euro, analysierten die Statistiker. Die gute Konjunktur habe vor allem den Bedarf an Mineralöl steigen lassen, erklärte Matschenz.

Wie das Russlandgeschäft legte auch das Außenhandelsvolumen insgesamt in MV 2014 weiter zu – auf den bisher höchsten Wert in der Geschichte des Landes, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern: „Mich freut diese positive Entwicklung. Unsere Wirtschaft ist internationaler geworden. Es gibt inzwischen bei uns viele kleine und mittelständische Unternehmen, die in ihrer Nische hochspezialisiert und nicht nur im Inland erfolgreich sind. Sie können auch auf den Weltmärkten mitspielen.“

Sellerings Bewertung löste allerdings bei Außenhandelsexperten Verwunderung aus: Fachleuten zufolge eigene sich das Außenhandelsvolumen – die Summe der Ein- und Ausfuhren – nicht zur Bewertung der Exportkraft eines Landes. Vor allem aber: Der Außenhandelsbilanz zufolge nahmen die Exporte der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr sogar leicht ab – um ein Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, teilte das Statistische Amt gestern mit.

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