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Wirtschaftsbeziehungen : „Russland-Versteher“ setzen auf Dialog

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Russland-Tag in Rostock: Altkanzler Schröder wirbt um Vertrauen zu Moskau

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 21:15 Uhr

Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat dafür geworben, den Dialog mit Russland trotz des Ukraine-Konflikts zu suchen und an das zuvor partnerschaftliche Verhältnis anzuknüpfen. „Nur so kann Vertrauen entstehen, das derzeit fehlt“, sagte Schröder gestern in Rostock auf dem Russland-Tag. An dem von MV-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) initiierten und gegen massive Proteste veranstalteten Wirtschaftstreffen hatten mehr als 400 Firmen und Politiker aus Russland und Deutschland teilgenommen. Solche Treffen könnten zu einem neuen Brückenschlag zwischen Deutschland und Russland führen. Vorwürfe, Drohungen und Sanktionen seien der falsche Weg. „Wir sollten uns auf die Elemente der alten Entspannungspolitik besinnen“, mahnte Schröder. Ein Dialog schließe aber Kritik nicht aus. Schröder mahnte die Politik, weiter um ein friedliches Europa zu ringen.

Um den Russland-Tag hatte es heftige Diskussionen wegen Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt gegeben. Die Sanktionen als Folge des Konflikts hätten viel Vertrauen zerstört und machten sich wirtschaftlich bemerkbar. Für deutsche Firmen blieben Aufträge aus, Russland leide unter dem Wertverfall des Rubels sowie dem Rückzug von Investoren. Schröder, der sich als „Russland-Versteher“ bezeichnet, warb für die Rückkehr zu einem partnerschaftlichen, „meinethalben auch strategischen“ Verhältnis.

Ministerpräsident Sellering bezeichnete den Ukraine-Konflikt als schwere Belastung für die deutsch-russische Beziehung. „Ich denke, wir alle setzen darauf, dass sich dieser Konflikt nicht weiter verschärft, sondern dass wir über gute Gespräche und Verhandlungen zu konstruktiver Partnerschaft zurückfinden.“ Die politischen Gespräche zur Lösung der Krise müssten aber auf anderer Ebene geführt werden. Mit dem Verlauf des Russland-Tags zeigte sich Sellering zufrieden, das Treffen sei ein Erfolg. „Ich freue mich, dass die Veranstaltung eine so große Resonanz gefunden hat. Das zeigt, dass es ein starkes Interesse am Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen gibt.“

Kritik am Russland-Tag gab es gestern unter anderem vom Chef der Unions-Bundestagsfraktion, Volker Kauder: „Die Auffassung von Herrn Schröder ist ja seit langem bekannt. Seine Aussagen basieren sicher auch auf seinem Engagement in der russischen Wirtschaft. Ich teile diese Auffassung nicht.“

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