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Wirtschaftsgipfel : Russland-Geschäft floriert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Andrang bei umstrittenem Wirtschaftsgipfel in Rostock / Sellering: Treffen ein Beitrag, im Gespräch zu bleiben

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Florierende Geschäfte trotz Kriegsgefahr: Ungeachtet der Kritik an Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt schränkt die Wirtschaft in MV die Millionengeschäfte mit dem Putin-Reich nicht ein. Im ersten Halbjahr nahmen Firmen aus MV 119 Millionen Euro aus dem Exportgeschäft mit Russland ein – etwa ebenso viel wie im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr sei Russland der zweitwichtigste Außenhandelspartner Mecklenburg-Vorpommerns gewesen, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern zur Eröffnung des Russland-Tages in Rostock-Warnemünde. 2013 stand Russland auf Platz vier. Sellering: „Russland ist ein wichtiger Handelspartner für unser Land. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.“

Zum Auftakt des zweitägigen Gipfels verteidigte Sellering erneut die Tagung. Ein Wirtschaftstreffen auf regionaler Ebene könne ein Beitrag sein, miteinander im Gespräch zu bleiben, sagte der Regierungschef: „Ich denke, wir alle hier setzen darauf, dass sich der Konflikt nicht weiter verschärft, sondern dass wir über gute Gespräche und Verhandlungen zu konstruktiver Partnerschaft zurückfinden.“ Allerdings müssten die politischen Gespräche zur Lösung der Krise auf anderer Ebene geführt werden. Ein Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen werde nur möglich sein, wenn Deutschland und Russland zu der bisherigen guten Partnerschaft zurückfinden können. Manager und Politiker wollen heute auf dem Treffen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der maritimen, in der Logistik- und Hafen- sowie Landwirtschaft und im Energiebereich ausloten.

Angesichts der Ukraine-Krise war das Gipfeltreffen vor allem bei den Grünen aber auch Teilen des Koalitionspartners CDU auf Kritik gestoßen. CDU-Bundestagsabgeordneter Eckhardt Rehberg hatte Anfang September zu dem Treffen erklärt, es wäre absurd, dass Mecklenburg-Vorpommern die Wirtschaftskontakte intensivieren wolle, während die Europäische Union mit Sanktionen versuche, Putin Einhalt zu gebieten. Die Grünen hatten auf eine Absage des Treffens gedrängt. In Zeiten von EU-Sanktionen gegen Russland sei es nicht vermittelbar, dass ein Teil der Kosten für die Veranstaltung von russischen Firmen gesponsert werde, hatte Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr erklärt. 40 000 Euro steuern Firmen zu den Gipfelkosten von rund 95 000 Euro bei – u. a. von der Firma Gazprom Germania. Das Unternehmen gehört zur Gazprom-Gruppe. Gegen Tochterfirmen des Konzerns hatte die EU Sanktionen verhängt. Trotz der Kritik ist das Interesse groß. 400 Gäste aus Politik und Wirtschaft nehmen an dem Treffen teil. Wegen Überbuchung waren keine weiteren Anmeldungen mehr angenommen worden.


 

 

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