Besuch von Schwesig : Russland baut auf Schiffbau aus MV

Eine Korvette der Deutschen Marine liegt auf der Peene-Werft. /Archiv
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Eine Korvette der Deutschen Marine liegt auf der Peene-Werft. /Archiv

Schwesig zieht positive Bilanz ihrer Unternehmerreise

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20. September 2017, 21:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns maritime Wirtschaft kann auf Aufträge aus Russland hoffen: Im russischen Schiffbau stecke ein großes Potenzial für Firmen aus MV, da das Land auf innovative Technologien, wie sie MV anbiete, angewiesen sei, bilanzierte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gestern nach der Rückkehr von ihrer ersten Delegationsreise als Regierungschefin nach Russland und dem Besuch der Schiffbaumesse Neva. Der Abschluss zweier Absichtserklärungen zwischen Unternehmen aus MV und Russland zeigten, welches Potenzial in den Handelsbeziehungen stecke: „Ich hoffe sehr, dass die Gespräche unserer Wirtschaftsdelegation zu weiteren gemeinsamen Projekten führen“, sagte sie. Am Dienstag hatten die Firma Ostseestaal Stralsund und der Hallenbauer Stieblich aus Güstrow mit einer russischen Werft Vereinbarungen zur Entwicklung eines neuen Schiffstyps und zur Entwicklung und Fertigung neuartiger Glas- und Stahlmodule abgeschlossen. MV war Schwesig zufolge auf der Schiffbaumesse als einziges Bundesland mit einem großen Stand vertreten.

Schwesig zog eine insgesamt positive Bilanz der Russland-Reise. Die Gespräche seien „wichtig und richtig“ gewesen und sehr „erfolgreich“, meinte sie. MV pflege seit 15 Jahren eine Partnerschaft zum Leningrader Gebiet, die mit dem Besuch weiter ausgebaut worden sei. Russland sei für MV ein wichtiges Exportland und sichere damit auch Arbeitsplätze im Nordosten. Durch die vor Jahren wegen des Ukraine-Konflikts verhängten EU-Sanktionen war das Russland-Geschäft zuletzt deutlich eingebrochen. Die letzten Jahren seien zwar schwierig gewesen. Die Unternehmen hätten unter den Sanktionen und Gegensanktionen gelitten, sagte Schwesig. Es bleibe zu hoffen, dass es wieder zu entspannteren Verhältnissen zwischen Russland und Deutschland kommen werde. Es sei aber wichtig, in Zeiten in denen es schwieriger ist, zusammenzuhalten und die Partnerschaft zu pflegen, wehrte sie Kritik an der Russlandreise ab. Es sei immer besser miteinander zu reden. Künftig sollen auch die Beziehungen in den Bereichen Wissenschaft und Kultur ausgebaut werden. Während der Reise war Schwesig mit Studierenden der Puschkin-Universität des Leningrader Gebiets zusammengetroffen.

Bei den Gesprächen mit dem Gouverneur habe man sich auch über das gemeinsame Großprojekt Nordstream II verständigt, von dem sich MV Aufträge erhoffe. Dabei seien sich beide Seiten einig gewesen, dass bei dem Projekt alle Umweltstandards eingehalten werden müssten.

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