Nahverkehr : Rufbusse für alle?

Rufbus in Loitz
Rufbus in Loitz

Landkreise wollen System in Mecklenburg-Vorpommern ausdehnen

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02. März 2018, 11:45 Uhr

Das in zwei Landkreisen getestete Nahverkehrssystem mit sogenannten Rufbussen soll nach dem Willen des Landkreistags auf ganz Mecklenburg-Vorpommern ausgedehnt werden. Mit Hilfe solcher Busfahrten auf Bestellung könne die Mobilität im ländlichen Raum kundengerecht und effizient gewährleistet werden. „Ziel ist, jedes Dorf im Ein- bis Zweistundentakt an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden, auch in den Ferien, an den Wochenenden und Feiertagen“, erklärte Landrat Rolf Christiansen (SPD) als Vorsitzender des Kommunalverbandes bei einer Klausurtagung des Landkreistags gestern in Schlemmin. Weil reguläre Buslinien meist an den Schülerverkehr gekoppelt sind, gibt es immer wieder Kritik an unzureichenden Nahverkehrsangeboten.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln könnten die Menschen ihre Orte vielfach nur einmal täglich verlassen und hätten auch nur eine Möglichkeit für die Rückfahrt, sagte Christiansen. Das setze für Arztbesuche oder Einkäufe enge Grenzen. Mit Hilfe von Rufbussen lasse sich das ändern.

„Voraussetzung dafür ist lediglich, dass die Mitreisenden ihre Fahrten mindestens zwei Stunden vor Abfahrt telefonisch oder per E-Mail anmelden“, erklärte der Landrat. In seinem Kreis Ludwigslust-Parchim sowie in Vorpommern-Greifswald fahren Rufbusse bereits im Test.

Die Ansätze seien vielversprechend, weil damit die Lebensqualität im ländlichen Raum erhöht werde und die Mehrkosten überschaubar seien, erklärte Landkreistag-Geschäftsführer Matthias Köpp. Nun gelte es, das Angebot an Rufbussen zu erweitern und zwischen den Landkreisen zu vernetzen. „Wir stellen uns vor, dass alle Rufbusse in Mecklenburg-Vorpommern über eine Telefonnummer beziehungsweise eine Internetseite bestellt werden können, auf der auch alle Verbindungen einschließlich der Kosten abrufbar sind“, erklärte Köpp. Er schränkte aber zugleich ein: „Uns ist klar, dass sich ein solches Vorhaben nicht von heute auf morgen realisieren lässt.“

Verkehrsstaatssekretärin Ina-Maria Ulbrich, die als Gast an der Klausurtagung teilnahm, sagte Unterstützung für das Vorhaben zu und mahnte ein koordiniertes Vorgehen mit dem Ziel „integrierter“ Angebote an. „Die Landkreise als Aufgabenträger für den ÖPNV haben es in der Hand, einen bedarfsgerechten ÖPNV zu organisieren und erhalten dazu neben den Förderungen für Investitionen und die Anschaffung von Bussen finanzielle Zuweisungen des Landes“, sagte sie.

Zudem wollen die Landkreise ihre Zusammenarbeit beim Breitbandausbau mit dem Land auf weitere Bereiche der Digitalisierung ausweiten.

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