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Kap Arkona : Rügens Unglücksstrand wird „Ort der Stille"

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Der Strand unterhalb der Kliffkante wird auf absehbare Zeit gesperrt und als Ort der Stille den Naturgewalten überlassen. Jene Stelle, an der vor zwei Wochen ein zehnjähriges Mädchen ums Leben kam.

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erstellt am 31.Jan.2012 | 02:38 Uhr

Kap Arkona | Der Strand unterhalb der Kliffkante am Kap Arkona wird auf absehbare Zeit gesperrt und als Ort der Stille den Naturgewalten überlassen. Jene Stelle, an der vor zwei Wochen ein zehnjähriges Mädchen aus Brandenburg bei einem Küstenabbruch ums Leben kam, werde für jeglichen Zutritt geschlossen, kündigte Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann (Bündnis für Rügen) gestern an.

Mit dem am Wochenende bei der Suche eingesetzten Kettenbagger seien gestern am Nord- und Südzugang zur Unglücksstelle Sperrwälle angelegt worden, die von Spaziergängern nicht mehr ohne Weiteres passiert werden könnten. Der Strandabschnitt könne somit weder von der auch künftig gesperrten Königstreppe noch von Gellort erreicht werden, sagte Heinemann.

"Wir werden in den nächsten Tagen im Gemeinderat auch darüber beraten, in welcher Form wir künftig mit dem tragischen Ereignis umgehen werden", betonte der Bürgermeister. Er ließ zunächst offen, ob künftig auch eine Gedenktafel an das Schicksal des Mädchens erinnern soll. Geplant sei ein neues Sicherheitskonzept für das Kap, das auch eine bessere Information der Gäste über die Gefahren an Rügens Steilküsten einschließe.

Die Gemeinde erwarte in den nächsten Tagen ein geologisches Gutachten über den Zustand des Kliffs. Davon werde abhängen, inwiefern bestimmte Abschnitte des 40 Hektar großen Areals weiter betreten werden könnten und welche nicht, sagte Heinemann. Geprüft werde zum Beispiel, ob die inzwischen geschlossene frühere Nebelsignalstation in unmittelbarer Nähe zum Absturzhang jemals oder nur noch für begrenzte Zeit wieder für Ausstellungszwecke genutzt werden könne.

"Wir haben das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie gebeten, die Installation eines automatischen geologischen Überwachungssystems an dem instabilen Küstenbereich zu prüfen", sagte Heinemann. Nach seinen Vorstellungen könnten rund um die ehemalige Nebelsignalstation mehrere Sensoren installiert werden, darunter zwei Messfühler im Bereich des instabilen Hangs. Ähnlich wie in Lohme könnten die Sensoren etwaige Veränderungen im Kliff registrieren und an einen Computer senden, der im Notfall automatisch Alarm auslöse.

Gedenkort

Für das auf Rügen verschüttete zehnjährige Mädchen aus Plattenburg (Prignitz) ist in der Perleberger St. Jakobikirche ein Gedenkort eingerichtet worden. Wie eine Mitarbeiterin der Evangelischen Kirche gestern in Perleberg mitteilte, liegt auch ein Kondolenzbuch in der Kirche aus. Viele Menschen aus der Prignitz würden kommen und Anteil am tragischen Schicksal des Mädchens nehmen. St. Jakobi sei extra hierfür bis auf Weiteres täglich in der Zeit von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Das Mädchen war beim Abbruch der Steilküste am Kap Arkona verunglückt.


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