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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 13:40 Uhr

Rückzug

vom

svz.de von
erstellt am 18.Nov.2007 | 08:26 Uhr

Heimlich, still und leise vertagt die große Koalition eine Kindergelderhöhung, die zumindest indirekt bereits vor einem Jahr in Aussicht gestellt wurde. Die nächste Anhebung dürfte es wohl erst 2010 geben. Dabei ist die Zögerlichkeit, die Union und SPD an den Tag legen, in der Sache durchaus gut begründet. Schon eine vergleichsweise geringere Kindergelderhöhung von zehn Euro würde im Haushalt mit zwei Milliarden Gesamtkosten zu Buche schlagen.
Alle Familien werden über die Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bereits merklich entlastet, sofern die Eltern abgabenpflichtige Jobs haben. Kindern von Arbeitslosengeld II-Empfängern, die mit knapp bemessenen Regelsätzen zu leben haben, wäre mit einer Kindergelderhöhung dagegen nicht
geholfen. Da ist es allemal besser, einen Kinderzuschlag zu schaffen, von dem wesentlich mehr Familien mit geringen Einkommen profitieren als heute. Für die Eltern würde sich damit Arbeit auch und gerade im Niedriglohnbereich eher lohnen. Offensiv zu verteidigen, warum ein solcher Weg der richtige ist und eine Kindergelderhöhung für alle nicht oberste Priorität sein muss, mag politisch nicht leicht sein. Der Großen Koalition ist vorzuwerfen, dass sie gar nicht erst den Versuch unternimmt.

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