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Verfehlte Sportpolitik? : Rückschlag für Sportstadt

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Die Absage des Landes, Schwerin bei der Ausrichtung der Vorrunde zur Volleyball-Europameisterschaft 2013 zu unterstützen, verärgert Volleyballfans und andere sportbegeisterte Schweriner.

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erstellt am 11.Jan.2012 | 06:56 Uhr

Schwerin | Die Absage des Landes, Schwerin bei der Ausrichtung der Vorrunde zur Volleyball-Europameisterschaft 2013 zu unterstützen, verärgert Volleyballfans und andere sportbegeisterte Schweriner. Aber auch Unternehmer und Regionalpolitiker sind sauer, sprechen von verfehlter Sportpolitik der Landesregierung.

"Ich kann so eine Entscheidung nicht nachvollziehen. Hier geht es um Spitzensport, im Volleyball sind die Schweriner Frauen eine internationale Größe. Und so ein Event hätte auch eine enorme Außenwirkung gehabt", sagt Karin Winkler, Regionalleiterin des Unternehmerverbandes. Geradezu empörend findet sie, dass, wenn es um Hansa geht, das Land über Millionenbeträge mit leichter Hand entscheide, während für Volleyball in europäischer Dimension selbst vergleichsweise geringe Summen von 164 000 Euro nicht bereitgestellt werden könnten. Verantwortungsvolle Sportpolitik sehe anders aus, sagt Winkler.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hatte am Dienstagabend im Hauptausschuss schweren Herzens mitgeteilt, dass die Landeshauptstadt das Angebot zur Austragung der EM-Vorrunde an den Deutschen Volleyballverband zurückgeben muss. "Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat uns mitgeteilt, dass es den beantragten Zuschuss in Höhe von 164 000 Euro nicht aufbringen kann. Auch die beantragte Sonderbedarfszuweisung wurde abgelehnt. Aus eigener Kraft können wir die Kosten aber nicht tragen", hatte Gramkow erklärt.

Vertreter der Wirtschaft der Region sehen das mit großem Bedauern. "Es ist unverständlich, dass die Landesregierung diesen vergleichsweise geringen Zuschuss nicht beisteuern will, zumal es hier um wirklich hochkarätigen Sport geht", sagt Nadine Hintze, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Vereins. Hier werde das Image einer ganzen Region als Sporthochburg beschädigt. Besonders ärgerlich finde sie, dass ernsthaft erwogen werde, einem zweitklassigen Fußballverein Steuern in Millionenhöhe zu erlassen, aber für ein Sportereignis von europäischem Rang in Schwerin keine 164 000 Euro zur Verfügung gestellt würden. Ähnliche reagierten auch weitere SVZ-Leser wie beispielsweise Detlef Oesterer, die bedauerten, dass Schwerin sich die Chance entgehen lassen müsse, Gastgeber eines so hochkarätigen Sportereignisses zu sein.


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