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Landesvereinigung steht vor dem Aus : Rückschlag für Gesundheitsförderung

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Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung steht vor dem Aus. Im Februar hat der Vorstand zu einer Mitgliederversammlung eingeladen, um über eine Auflösung des mehr als 20 Jahre alten Vereins beraten zu lassen.

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erstellt am 27.Jan.2012 | 11:03 Uhr

Schwerin | Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung steht vor dem Aus. Im kommenden Monat hat der Vorstand zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, um über eine Auflösung des mehr als 20 Jahre alten Vereins beraten zu lassen. Der Grund: Die bislang an der Finanzierung beteiligten Krankenkassen und das Sozialministerium des Landes stellen die institutionelle Förderung ein, wie der stellvertretende Vorsitzende Peter Kupatz bedauert. Eine Projektförderung läuft nach Angaben des Ministeriums noch bis Mitte des Jahres. Ob und wie es danach weitergehe, stehe derzeit noch nicht fest, sagte Ministeriumssprecher Christian Moeller.

Die Landesvereinigung hat in den vergangenen Jahren vor allem Netzwerkarbeit geleistet, um die gemeindenahe Gesundheitsförderung voranzubringen. Darüber hinaus wurden mehrere größere Projekte und Veranstaltungen durchgeführt. Dazu gehören der alljährliche Kindergartentag in Mecklenburg-Vorpommern, die Gesundheitszertifizierung von Kitas und Schulen sowie kommunale und betriebliche Initiativen zum Gesundheitsmanagement. Mitglieder der Landesvereinigung sind unter anderem Krankenkassen, Ärztekammer, Wohlfahrtsverbände, Hochschulen, Kommunen, Firmen und Einzelpersonen. Die Geschäftsstelle besteht den Angaben zufolge aus zwei Mit arbeiterinnen in Teilzeit mit entsprechenden Lohn- und Sachkosten.

Ursache für die Einstellung der institutionellen Förderung sind laut Kupatz Änderungen in der Bundesgesetzgebung. Demnach dürften die Krankenkassen nur noch bestimmte Projekte fördern. Nach der Kündigung der bestehenden Vereinbarung durch die Kassen habe das Ministerium klauselgemäß nachgezogen, erläutert Kupatz.

Unter diesen Umständen sei es jedoch mehr als fraglich, ob und wie die Landesvereinigung ihre Arbeit fortsetzen könne. Rein ehrenamtlich sei es nicht möglich, die Vielfalt der Aufgaben aufrechtzuerhalten. Deshalb müsse am 22. Februar über eine Auflösung beraten werden. Schließlich wolle man keine Insolvenzverschleppung betreiben, so der Vize-Vorsitzende. Trotzdem hat er die Hoffnung auf eine andere Lösung noch nicht ganz aufgegeben: "Wenn ich mich an das positive Resümee des Ministeriums anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr erinnere, dann fällt es mir sehr schwer zu glauben, dass die Landesregierung kein hohes Interesse daran haben sollte, dass wir unsere Arbeit fortsetzen."

Angesichts des "hohen Engagements der Mitarbeiter" und der nach wie vor bedenklichen Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen wäre nicht eine Streichung, sondern eine Erhöhung der Mittel das richtige politische Signal gewesen, meint Landeselternbundssprecher Christian Feldmann, der ebenfalls Mitglied der Landesvereinigung ist.

Ministeriumssprecher Moeller verwies darauf, dass viele Stellen im Land auch mit Projektförderung gut funktionierten und dass dies der Normalfall sei. Trotzdem sei bei der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung "die letzte Messe noch nicht gelesen". Die Verhandlungen dauern noch an.

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