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Reiten Holger Wulschner : Rückkehr des verlorenen Sohnes

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Benjamin Wulschner verlässt Wahlheimat Baden-Württemberg, reitet für Passin und pachtet einen Stall auf der Reitanlage von Vater Holger

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erstellt am 21.Feb.2016 | 09:00 Uhr

Beim Internationalen Springturnier in der Sport- und Kongresshalle zu Schwerin sorgte er unter den Fachleuten für Aufsehen: Benjamin Wulschner, 27-jähriger Sohn von Nationenpreisreiter Holger Wulschner (Groß Viegeln), gewann sechs internationale Springen und wurde im ersten Springen der Großen Tour Zweiter. Eine Erfolgsquote, die es in dieser Kompaktheit wohl noch nie gegeben hat.

Der gebürtige Mecklenburger mit einem eigenen Stall in Biberbach an der Riss in Baden-Württemberg fühlte sich im Kreis der vielen einheimischen Pferdesportler in Schwerin sichtlich wohl. Und mit zunehmendem Alter denkt man wohl auch mehr an seine Wurzeln zurück. Es entstand der Eindruck, dass Benjamin Wulschner gern wieder in den Norden zurückkommen würde.

Bei Schweriner Turnier Wechsel angebahnt


Diese Möglichkeit eröffnete sich ihm offensichtlich an den Turniertagen in Schwerin. Als hätte Benjamin darauf gewartet, war der Entschluss schnell gefasst. Durch Vermittlung seines Vaters wurde er sich mit Familie Grieger einig, die Besitzer der Anlage in Groß Viegeln ist, den großen Stalltrakt zu pachten, der sich gegenüber von den beiden Ställen befindet, die Holger Wulschner selbst belegt hat. Umgehend hat er einen Vereinswechsel vollzogen und reitet schon für den Reitclub Passin und somit für Mecklenburg-Vorpommern, wo seine sportliche Karriere begann. Auch Vater Holger und dessen Ehefrau Astrid reiten für den RC Passin.

Umzug mit Pferden

Benjamin Wulschner sagt zu seinem Vorhaben: „Ich freue mich sehr darauf, wieder in meine Heimat zurückzukehren. Mit Papa bin ich mir schnell einig geworden und der Vertrag mit Familie Grieger ist auch fertig. Meine angestellte Pflegerin und mein Bereiter Marcel Baumgärtel, der sehr gut mit jungen Pferden umgehen kann, ziehen auch mit um nach Groß Viegeln, wo ich weiterhin selbstständig bleibe. Besonders freue ich mich, dass meine Besitzer ihre Pferde alle bei mir lassen, was bei einem solchen Wechsel ja keineswegs selbstverständlich ist. Wenn alles klappt, soll der Umzug mit rund 20 Pferden im Mai stattfinden. Ich möchte schon bei den Hallen-Landesmeisterschaften vom 16. bis 20. März in Redefin dabei sein und um den Titel reiten.“

Wulschner jr. war vor allem im Jahr 2015 sehr erfolgreich. Nach Ranglistenpunkten würde er sich unter den Springreitern aus Mecklenburg-Vorpommern hinter André Thieme (76 135 Pkt.) und seinem Vater Holger (67 763 Pkt.) mit 46 713 Punkten an dritter Stelle einreihen, noch vor Thomas Kleis, der es auf 32 797 Punkte brachte. Er gehört damit zu den Top-100 Reitern in Deutschland und zu den 149 deutschen Springreitern der Leistungsklasse 1. Sein Wechsel nach Mecklenburg-Vorpommern erhöht die Zahl der Leistungsklasse-1-Reiter im Bundesland von fünf auf sechs.

Insgesamt zählt die FN-Statistik seit seinem ersten Erfolg als Zehnjähriger 1999 in Hirschburg-Klockenhagen bis Ende Januar diesen Jahres 1967 Platzierungserfolge, darunter allein 467 Siege. Für einen 27-Jährigen eine sehr hohe Erfolgsquote, die sein vom Vater ererbtes Talent eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Darüber hinaus erweist er sich als exzellenter Ausbilder junger Pferde und hat zahlreiche Pferde für das Bundeschampionat qualifiziert, die auch deutsche Meisterschaft der jungen Pferde genannt wird.

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