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Trendwende : Rückgang bei Hausärzten stagniert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als 100 junge Allgemeinmediziner in Weiterbildung /Nachfrage noch größer

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Hausärzte sind in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren Goldstaub. Zahlreiche Praxen mussten geschlossen werden, weil sich für sie kein Nachfolger fand. Doch mittlerweile konstatiert die Kassenärztliche Vereinigung des Landes (KVMV) eine Trendwende: Zwar fehlten im Land noch immer mehr als 100 Hausärzte, so der stellvertretende KVMV-Vorsitzende Dr. Dieter Kreye. Der Trend des kontinuierlichen Rückgangs der Hausarzt-Zahlen hätte aber gestoppt werden können. Die Zahl der Hausärzte stabilisiere sich. Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh, so Kreye: „Nicht zuletzt mit Rücksicht auf die demografische Entwicklung werden wir in den nächsten Jahren weiter hart daran arbeiten müssen, dass unsere Patienten ausreichend und wohnortnah hausärztlich versorgt werden.“

Immerhin: „Wir sehen, dass die Zahl der Ärzte, die sich für die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner und damit für die hausärztliche Versorgung entscheiden, Jahr für Jahr steigt“, so Kreye. Mittlerweile befänden sich im Land mehr als 100 Nachwuchsärzte in der entsprechenden ambulanten Weiterbildung.

Laut KVMV ist es kein Zufall, dass diese Zahl im zeitlichen Zusammenhang mit der Einrichtung eines Stiftungslehrstuhls für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Rostock steht. Seit Herbst 2009 stellt die Kassenärztliche Vereinigung die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung. Der Lehrstuhl war seinerzeit einer der ersten seiner Art in ganz Deutschland. Andere Bundesländer und Universitäten haben inzwischen nachgezogen, so gibt es seit 2011 auch an der Greifswalder Universitätsmedizin entsprechende Ausbildungskapazitäten.

Durch die Einrichtung der beiden Lehrstühle im Land, aber auch durch ihre Inhaber Prof. Attila Altiner und Prof. Jean-François Chenot habe die Allgemeinmedizin einen deutlich höheren Stellenwert bei den Studenten und in der Lehre erhalten, so Kreye. Prof. Altiner zufolge überschreite die Zahl der Interessenten an einer allgemeinärztlichen Weiterbildung mittlerweile sogar die der vorhandenen Ausbildungsstellen.

Die Kassenärztliche Vereinigung versucht unterdessen auch mit weiteren Maßnahmen, die hausärztliche Versorgung im Land zu sichern. So bekamen seit 2008 mehr als 70 Mediziner, die sich in ländlichen Bereichen als Hausärzte niederlassen wollten, Investitionskostenzuschüsse.

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