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Mecklenburg-Vorpommern : Roy Streubel ist der 10 000. Meister im Land

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Der Start in die Selbstständigkeit hätte für Roy Streubel kaum besser ausfallen können. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Heute wird er als 10 000. Jungmeister in MV seit 1990 seinen Meisterbrief erhalten.

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erstellt am 17.Okt.2012 | 12:25 Uhr

Stralsund | Der Start in die Selbstständigkeit hätte für Roy Streubel kaum besser ausfallen können. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Die Branche boomt. "Im Moment baue ich zwei bis drei Öfen pro Monat", sagt der 32-Jährige, der erst im Mai seinen Meisterabschluss gemacht hat. Heute wird er als 10 000. Jungmeister in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 seinen Meisterbrief erhalten.

Dabei war Ofensetzer am Anfang gar nicht mal so sehr sein Traumberuf gewesen. Ein Praktikum bei einem Cousin, der in einer Fliesenlegerfirma arbeitete, brachte ihn per Zufall zur Heizungsbranche. "Da hab ich mal an einem Ofen mitgebaut. Mir gefielen Kreativität und Kundenkontakt. Also begann ich 1996 eine Lehre als Ofensetzer. Erst in der Lehrzeit wurde das zum Wunschberuf."

Inzwischen hat der Stralsunder schon zehn Neubauöfen und -kamine als Meister verantwortet. Seine Auftraggeber sind Eigenheimbesitzer von Rostock bis zum Darß und auf Rügen. In Zeiten ständig steigender Gas- und Strompreise wachse bei den Menschen der Wunsch nach schönen Öfen im trauten Heim und preiswerten Heizalternativen, sagt Streubel. Keine Spur von Langeweile. Jeder Auftrag sei einzigartig, kein Ofen werde zweimal gebaut. Das Spektrum reicht von Grund- und Kombiöfen bis zu dekorativen Kachelöfen und Kaminen. Im Kommen sind Spezialöfen mit Wassertechnik, die durch Wärmetauscher auch Warmwasser erzeugen. Sogar einen Backofen hat Streubel schon im Garten eines Kunden gebaut.

Nicht selten blätterten die Auftraggeber für ihre Wunsch-Öfen mehrere Tausend Euro auf den Tisch. Fast alle wünschen maßgefertige Anlagen. Beratung sei deshalb ganz wichtig, sagt der frisch gebackene Meister, der die gewünschten Ofensysteme in dreidimensionaler Ansicht am Computer erstellt. Erst danach werden dem Kundengeschmack entsprechend die richtigen Kacheln bestellt. Der eigentliche Aufbau dauere in der Regel eine Woche. Der Service seines Ein-Mann-Betriebes reiche aber nicht nur von der Beratung und Konstruktion bis zum Bau. Oft nimmt sich Streubel auch die Zeit für den ersten gemeinsamen Probebrand. Und auch die Genehmigungsformalitäten mit dem Schornsteinfeger sowie Reparaturen und Ofenreinigungen erledigt er auf Wunsch.

"Die Entscheidung, Ofensetzer zu werden, habe ich nicht bereut", bekennt Streubel. Um so besser, wenn die Branche boome. Dem Handwerk insgesamt gehe es gut, bestätigt Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium MV. Im Herbst 2011 habe es die beste Konjunktur der vergangenen 20 Jahre erlebt. Die landesweit über 20 000 Handwerksbetriebe hatten mit ihren 95 000 Beschäftigten neun Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaftet. Dass die Nachfrage spürbar anstieg, hat auch Ofensetzermeister Streubel gespürt. Sogar im Sommer, wenn Ofenbauer für gewöhnlich eine Flaute durchlebten, seien ungewöhnlich viele neue Aufträge eingegangen, sagt er.

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