Rotes Kreuz braucht frisches Blut

Foto: Bernd Wüstneck, dpa
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13. Juni 2012, 09:48 Uhr

Neubrandenburg | Immer älter werdende Dauerspender und Blutkonservenknappheit in den Ferien: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Mecklenburg-Vorpommern braucht frisches Blut.

Die Zahl der Blutspender in den vergangenen Jahren zurückgegangen, sagte die DRK-Sprecherin Iris Kraus anlässlich des Weltblutspendertags am 14. Juni. Ein Grund sei unter anderem die demografische Entwicklung. "Das zeigt sich bei uns besonders in den Erstspenderzahlen", erläuterte Kraus. So habe der Anteil derjenigen, die zum ersten Mal Blut spendeten, 2009 noch bei 10,6 Prozent gelegen. 2011 seien es nur noch 8,5 Prozent gewesen.

"Wir brauchen momentan in Mecklenburg-Vorpommern circa 450 Blutkonserven täglich, um unsere Krankenhäuser flächendeckend zu versorgen", sagte Kraus. Zwar sei die Spendenbereitschaft im Nordosten generell höher als in vielen anderen Bundesländern. Trotzdem spenden Kraus zufolge gerade einmal 2,5 Prozent der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns Blut.

In den Ferien und bei gutem Wetter kämen meist noch weniger Spender zu den Terminen, sagte Kraus. "Gerade im Mai - das schöne Wetter, die Feiertage - da hatten wir Tage, da hatten wir manchmal 30 bis 40 Prozent weniger Spenden als eigentlich erwartet." Wenn dies länger anhalte, könne es zu Engpässen kommen.

Um mehr Menschen im Land zum Blutspenden zu motivieren, gehe das DRK in Firmen, aber auch in Gymnasien und Berufsschulen und bitte Volljährige um eine Blutspende. Gerade in den Schulen seien die Spenden jedoch zum Teil um die Hälfte gesunken, auch weil es immer weniger Schüler gebe.

Der Anteil der älteren Spender nehme entsprechend zu. "Die Altersgrenze für die Blutspende ist ja in den vergangenen Jahren regelmäßig auch nach oben versetzt worden", sagte Kraus. Früher habe die Obergrenze bei 65 Jahre gelegen, sei dann auf 68 erhöht worden und heute dürfe bis 69 gespendet werden. "Und im Einzelfall kann der Arzt jetzt auch darüber hinaus spenden lassen", erläutert sie. "Die Leute sind heute einfach länger fit."

Allerdings steige mit dem Alter auch die Gefahr, irgendwann - etwa bei einer Operation - auf eine Blutkonserve angewiesen zu sein.

Deshalb bestehe weiterhin die Sorge: "Wenn die Zahl der jungen Menschen, die als Spender nachrücken, zu gering ist, kann sich das dann in zehn oder zwanzig Jahren bei der Versorgungslage bemerkbar machen", warnte Kraus.

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