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Frauen und Kinder als Opfer häuslicher Gewalt : Rote Karte für prügelnde Partner

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Immer mehr Opfer häuslicher Gewalt nehmen in MV Hilfe von außen in Anspruch. Die Beratungsstellen im Land gaben 2011 in 3970 Fällen häuslicher Gewalt ihre Unterstützung. 2010 registrierten die Sozialarbeiter 3814 Fälle.

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erstellt am 19.Aug.2012 | 07:56 Uhr

Schwerin | Immer mehr Opfer häuslicher Gewalt nehmen in Mecklenburg-Vorpommern Hilfe von außen in Anspruch. Das erklärte ein Sprecher des Sozialministeriums in Schwerin der Nachrichtenagentur dpa. Die Beratungsstellen im Land gaben 2011 in 3970 Fällen häuslicher Gewalt ihre Unterstützung. 2010 registrierten die haupt- und ehrenamtlichen Sozialarbeiter 3814 Fälle. Auch die Zahl der hilfesuchenden Kinder stieg leicht von 3030 (2010) auf 3048 an.

"Es gibt eine neue Kultur des Hinsehens, die öfter als bislang die Möglichkeit der Intervention der Beratungsstellen ermöglicht", sagte Ministerin Manuela Schwesig (SPD). Für die Opfer hätten die Prügelattacken oft weitreichende Folgen für Gesundheit, familiäre und soziale Beziehungen sowie den Beruf, erklärte Schwesig.

Mecklenburg-Vorpommern bietet in neun Frauenhäusern mit 153 Plätzen, acht Opferberatungsstellen für häusliche und weiteren fünf Anlaufstellen bei Sexualdelikten, fünf Kinderberatungsstellen und zwei Anlaufpunkten für Täter den Betroffenen Hilfe an. Das geht aus Antworten auf eine kleine Anfrage der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Eine Fachberatungsstelle bietet Opfern von Menschenhandel und Zwangsverheiratung Schutz und Hilfe an.

Die Polizei im Nordosten wurde zwar etwas seltener zu Einsätzen bei häuslicher Gewalt gerufen, doch die Zahl der Strafanzeigen gegen die Täter ist gestiegen: 2011 wurden bei 1412 Polizeieinsätzen (2010: 1467) 1407 Strafanzeigen (2010: 1387) unter anderem wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung aufgenommen. Bei fast jedem zweiten Einsatz sprach die Polizei "Platzverweise" für die meist männlichen Täter aus - die "Rote Karte" also, wie ein Sprecher des Innenministeriums erklärte. Eine solche "Wegweisung" aus der gemeinsamen Wohnung sei für bis zu 14 Tagen möglich, um den Frauen genügend Zeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen und gerichtlichen Beistand einzuholen, so der Sprecher.

Laut Justizministerium ermittelten die Staatsanwaltschaften 2011 in 1976 Fällen wegen häuslicher Gewalt. Der Opferhilfeverein Weißer Ring weist immer wieder auf ein großes Dunkelfeld nicht angezeigter Straftaten bei häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch hin. Jedes Jahr suchten etwa 300 Menschen, die Opfer von Gewalttaten wurden, Hilfe beim Weißen Ring.

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