"Rote Karte" für Müllfrevler

Tonnen auf dem Gehweg: So einen Anblick darf es höchstens am Tag der Abfuhr geben. Die SDS will jetzt auch auf Überfüllung kontrollieren.
Tonnen auf dem Gehweg: So einen Anblick darf es höchstens am Tag der Abfuhr geben. Die SDS will jetzt auch auf Überfüllung kontrollieren.

Überquellende Mülltonnen, die Tage vor und nach dem Abholtermin das Straßenbild verschandeln, sind in Schwerin ein oft anzutreffendes Ärgernis. Die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen wollen den Verursachern jetzt auf die Finger klopfen: Wer seinen Abfall nicht satzungsgemäß entsorgt, erhält zunächst eine "Rote Karte" mit Hinweisen, bei wiederholten Verstößen droht sogar ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

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16. Januar 2009, 08:29 Uhr

"Immer wieder müssen wir feststellen, dass Mülltonnen schon Tage vor der Abholung an den Straßenrand gestellt werden oder nach der Abholung noch mehrere Tage im Fußgängerbereich stehen bleiben", sagt Holger Hoppmann, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). Wenn der Abholtag ein Montag sei, stünden die Tonnen teilweise schon am Freitag vor den Grundstücken. "Das ist für Anwohner, Touristen und Spaziergänger am Wochenende natürlich kein schöner Anblick", so Hoppmann. Schlimmer werde es noch, "wenn die Tonnen umgestoßen werden und sich der Müll dann verteilt".

Trotz der im deutschlandweiten Vergleich günstigen Müllgebühren in Schwerin sei nicht zu übersehen, dass einige Haushalte eine Tonne mit zu geringem Fassungsvermögen hätten. Hoppmann: "Denn der Müll quillt hier nicht nur nach Feiertagen geradezu aus den Abfallbehältern." Auch die gelben Säcke würden oft zweckentfremdet genutzt. Etwa 50 Prozent des Inhaltes seien kein Wertstoffmaterial, sondern Restabfall, habe die SDS festgestellt. "Eine Situation, die einer Änderung bedarf. Denn es geht nicht nur um umweltschädigendes Verhalten, sondern auch um verloren gegangene Entsorgungsgebühren", so Hoppmann.

"Gefüllte Müllgefäße am Straßenrand sollten künftig nur an den Abholtagen zu sehen sein", so Hugo Klöbzig, Werkleiter der SDS. "Deshalb werden unsere Mitarbeiter von Februar an regelmäßige Kontrollgänge durchführen." Überprüft würden vor allem in Innenstadtbereichen der Zeitpunkt der Bereitstellung und Rücknahme der Tonnen vor und nach den Abholtagen sowie die Befüllung der Gefäße. Stellen die Mitarbeiter einen Verstoß fest, wird der Anlieger eine "Rote Karte" in seinem Postkasten finden - ein Informationsblatt, in dem die SDS auf die geltenden Vorschriften der Abfallentsorgung aufmerksam macht. "Werden Mülltonnenbesitzer jedoch zum wiederholten Male ertappt, müssen wir ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten", fügt Klöbzig hinzu. Dann drohe sogar ein Bußgeld. Ansprechpartner der SDS seien die Immobilienbesitzer, da sie für die Mülltonnen verantwortlich seien, so Klöbzig. "Die Besitzer sollten den korrekten Umgang mit Mülltonnen mit ihren Mietern klären." Beispielhaft umgesetzt werde das Anliegen der SDS in der Weststadt. "Dort hat der Ortsbeirat Hinweise an die Besitzer vernachlässigter Mülltonnen gegeben", so Klöbzig.

Die Müll-Abfuhrtermine sind auf der Internetseite der SDS (www.sds-schwerin.de) und der SAS (www.sas-schwerin.de) bis auf die Hausnummern genau aufgeschlüsselt nachzulesen.

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