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Rostocks neuer IHK-Chef reicht Schwerin die Friedenspfeife

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erstellt am 19.Apr.2013 | 10:08 Uhr

Rostock | Neustart für eine einheitliche Wirtschaftskammer in MV: Der neue IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen will die Verhandlungen über eine Zusammenlegung der beiden Industrie- und Handelskammern Schwerin und Rostock mit einem "neuen Kommunikationsstil" voranbringen. "Es geht nicht um eine Fusion oder Übernahme, sondern um eine Neugründung einer Kammer", sagte er gegenüber unserer Zeitung. "Wir wollen mit offenen Armen in kons truktive Gespräche gehen." Dabei gehe es nicht in erster Linie darum, Geld zu sparen, sondern den Mitgliedsunternehmen einen besseren Service und ein breiteres Leistungsspektrum anzubieten, die Kammerarbeit weiter zu verbessern und trotzdem in den Regionen präsent zu bleiben: "Die Unternehmen sollen mehr für ihren Mitgliedsbeitrag bekommen." Möglich wäre eine Zusammenlegung in bis zu fünf Jahren.

Dabei gebe es keinerlei Vorfestlegungen. So sei bislang keinesfalls über den Standort der neuen Kammer entschieden, sagte Madson: "Wir wollen mit frisch gewischter Tafel und ohne Vorbehalte fair miteinander reden und offen aufeinander zugehen - mit der Friedenspfeife und nicht mit der Axt."

Ob es möglicherweise ein neues Gesprächsangebot auch an die dritte Kammer in Neubrandenburg gebe, ließ Madson offen, wollte es aber auch nicht ausschließen. Das müsse mit den Schweriner Partnern abgestimmt werden.

Madson, der am Montag mit 94 Prozent Zustimmung zum neuen Präsidenten gewählt worden war, scheint vor allem auf die Kritiker einer Kammerzusammenlegung in Schwerin zugehen zu wollen. Die Verhandlungen waren unter dem bisherigen Rostocker IHK-Präsidenten Wolfgang Hering in Schwerin auf Widerstand gestoßen. Von dem forschen Verhandlungsstil der Rostocker fühlten sich Kammermitglieder in Westmecklenburg übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt. So waren von Hering, noch bevor die Ergebnisse eines im vergangenen Frühjahr bei externen Beratern in Auftrag gegebenen Prüfberichtes vorgelegen hatten, ohne Rücksprache mit dem Parlament der Wirtschaft Fusionsdetails bekannt gemacht worden. Externe Berater hätten ein Einsparpotenzial von bis zu einer Million Euro pro Jahr prognostiziert.

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