IS-Terror in Brüssel : Rostocker Schüler: Wir sind sicher in unserem Hostel

neu
1 von 2

Französisch-Kurs des Christophorus Gymnasiums wollte Parlament besuchen

von
22. März 2016, 21:00 Uhr

Ausgerechnet auf den Unglückstag am 22. März verschoben haben die neun Schüler aus dem Französisch-Kurs des Rostocker Christophorus Gymnasiums ihre Brüssel-Tour. Eigentlich wollten sie am 18. März fliegen. Aber dann kam die Idee und die Einladung von einem Europa-Abgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern, bei der Tour auch gleich den Parlamentsbetrieb in Europas Hauptstadt kennenzulernen. Am Wochenende kann man zwar gut das Atomium besuchen und auch ein Ausflug auf den Löwenhügel im 15 Kilometer entfernten Waterloo ist möglich. Aber wenn man schon einmal im Parlamentssaal in der Rue Wiertz mit seinen 751 Sitzen Platz nehmen und sich wie ein Europa-Parlamentarier fühlen kann – Selfies inbegriffen...

Gesagt, getan, der EVP-Abgeordnete Werner Kuhn aus Zingst erwartet die fünf Mädchen und vier Jungs mit ihrer Französischlehrerin nach der Sitzung des Fischerei-Ausschusses,  die von 9 Uhr bis mittags geplant war.

Doch dann kommt alles anders. 13.08 Uhr schreibt Dana Lenz, eine der Schülerinnen, auf Facebook unserer Redaktion: „Hallo, ich bin selbst Teil der Gruppe und wir befinden uns sicher in unserem Hostel.“ Die gesamte Innenstadt ist zu diesem Zeitpunkt gesperrt. U-Bahnen fahren nicht. Das Telefonnetz ist zusammengebrochen. Niemand hat genaue Informationen. Im Europaparlament, im Gebäude der Europäischen Kommission und in den belgischen Regierungsgebäuden wurde ein Verbot erlassen, auf die Straßen zu gehen.

Werner Kuhn hat um 12 Uhr per SMS von der Lehrerin schon die beruhigende Nachricht erhalten, dass die Schüler nach den beiden Explosionen gegen 8 Uhr am Flughafen und 8.30 Uhr in der Innenstadt in ihrem Hostel geblieben sind. Sie sind in Sicherheit.

Schulleiter Steffen Kästner in Rostock weiß hingegen noch nichts Genaues und bangt noch um die 12-Klässler aus dem Französisch-Kurs, die sich die Reise mit ihrer Lehrerin selbst organisiert hatten. „Ich konnte noch keinen Kontakt aufnehmen“, schildert er unserer Redaktion die Lage. Auf Fragen aus der Schule oder von Eltern hat er noch keine Antworten. Um so beruhigter ist der Schulleiter, dass es den Schülern gut geht. „Wir haben oft Kurse und Klassen, die mit engagierten Lehrern unterwegs sind. Erst am Montag kam ein Latein-Kurs aus Rom zurück“, erzählt er.

1100 Gymnasiasten und 180 Grundschüler lernen an der Privatschule des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands (CJD). Es ist die zweitgrößte Schule im Land. Jetzt ist Schulleiter Kästner aber erst einmal wichtig, dass seine Schüler wieder wohlbehalten nach Rostock zurückkommen. Gestern Abend wollten sie sich auf den Weg machen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen