zur Navigation springen

Rostocker Mediziner: Babyklappe für verzweifelte Mütter

vom

Rostock | Nach dem Fund eines toten Säuglings bei Schwerin hat der Rostocker Kinderarzt Dirk Olbertz auf bestehende Hilfen für verzweifelte Schwangere kurz vor der Geburt hingewiesen.

Dazu gehöre die Babyklappe, in die Mütter ihr Neugeborenes legen könnten, sagte der Chef der Neugeborenenabteilung des Rostocker Südstadt-Klinikums. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es solche Aufnahmestellen für Babys in Rostock und Schwerin.

Die Babyklappe in Rostock, die 2006 eingerichtet worden sei, wurde nach Olbertz’ Worten bislang dreimal genutzt. Die Kinder seien dann an Adoptiveltern vermittelt worden. Die Schweriner Helios-Klinik wollte keine Auskunft zur Nutzung ihrer Babyklappe geben.

Außerdem gebe es auch die "vertrauliche Geburt", sagte Olbertz. Dabei kämen Schwangere kurz vor der Niederkunft in die Klinik, ohne ihre Identität preisgeben zu müssen. Sie könnten ihr Kind zur Welt bringen und würden medizinisch versorgt. In den vergangenen Jahren habe sich eine Frau in der Rostocker Klinik dazu entschlossen.

Die Einrichtung der Babyklappe und die vertrauliche Geburt seien rechtlich umstritten, da die Kinder wahrscheinlich niemals einen Hinweis auf ihre Herkunft bekommen könnten. Dies verstoße gegen das Personenstandsgesetz. Es gebe das in der Verfassung festgelegte Recht jedes Menschen auf die Kenntnis der eigenen Abstammung, und die Kliniken böten mit ihrer Hilfe die Möglichkeit, dieses Gesetz zu umgehen.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Dez.2011 | 07:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen