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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 23:22 Uhr

Rostocker Forscher sagt Rente mit 72 voraus

vom

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2012 | 11:46 Uhr

Rostock | Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock rechnet damit, dass das Renteneintrittsalter in Deutschland angesichts der höheren Lebenserwartung erheblich ansteigen muss. Im Jahr 2050 müssten die Deutschen fünf Jahre länger arbeiten, um die Funktion des Rentensystems zu erhalten, sagte Institutsdirektor James Vaupel der "Welt am Sonntag". Das hieße, die Beschäftigten dürften nicht mit 67, sondern erst mit 72 Jahren in den Ruhestand. Vaupel reagierte damit auf Pläne der Europäischen Kommission. Sie empfiehlt Europa, "das Rentenalter mit der Steigerung der Lebenserwartung abzugleichen" und außerdem die Möglichkeiten der Frühverrentung zu beschränken. So steht es nach Informationen des Blattes im Entwurf zu einem so genannten Weißbuch der EU-Kommission, das sie in der kommenden Woche vorstellen will.

"Die Menschen müssen schlicht einen vernünftigen Teil ihrer Lebenszeit arbeiten", sagte Vaupel zu den Plänen aus Brüssel. Heute verbrächten die Europäer etwa die Hälfte ihres Lebens im Beruf. "Für die Rentensysteme würde es schon reichen, dieses Verhältnis beizubehalten." Nach Erkenntnissen des Wissenschaftlers steigt die Lebenserwartung in Europa von Jahrzehnt zu Jahrzehnt um zwei bis drei Jahre. "2050 wird sie bei etwa zehn Jahren mehr liegen als heute", sagte der Demografie-Experte. "Etwas von dieser geschenkten Zeit werden wir auf die Arbeit verwenden müssen."

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