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Tierliebe : Rostocker Arzt kämpft für Ostafrika

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tiermediziner Olaf Bellmann hilft Bauern vor Ort

von
erstellt am 23.Jul.2015 | 08:00 Uhr

„Mit der Arbeit in Ostafrika habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllen können“, sagt Olaf Bellmann, Arzt am Leibnizinstitut für Nutztierbiologie. Der 47 Jahre alte Wahlrostocker ist mit der Organisation „Tierärzte ohne Grenzen“ regelmäßig in Ostafrika und Ägypten unterwegs.

„Dürreperioden oder Überflutungen gefährden die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen in diesen Gebieten. Dies trifft besonders diejenigen, die von der Nutztierhaltung leben“, sagt Bellmann. Die Nutzung von drei Vierteln Kenias ist nur durch Tierhaltung möglich, denn für den Ackerbau sind die Niederschläge zu gering. Aus diesem Grund unterstützt Olaf Bellmann mit der Organisation die Kleinbauern vor Ort: „Wir zeigen ihnen, wie sie die Nutztiere richtig pflegen und versorgen. Zudem bauen wir Stallungen für Kleintiere, damit diese vor Dieben und dem Wetter geschützt sind.“

Nach dem Studium der Veterinärmedizin in Leipzig vor gut 20 Jahren begann er seine erste Reise in den Osten Afrikas. „Ich habe mich bei vielen Instituten in der Region beworben und nur eine Klinik in Tansania hat geantwortet und mich genommen.“ Nachdem Bellmann eine Weile dort gearbeitet hatte, kam er mit etlichen Projektideen zurück. „Ich habe mit diversen Vereinen in Deutschland Kontakt aufgenommen – und dabei kam eine kleine Delegation von ,Tierärzte ohne Grenzen‘ heraus“, erzählt er. Seit 1996 ist er nun schon Mitglied und gehört dem Vorstand der Organisation an. „Und wir haben für unsere Verhältnisse schon viel erreicht.“ Mittlerweile reise er zweimal im Jahr in die betroffenen Gebiete. „Afrika ist ein Land, in das man nach einem Besuch entweder immer wieder fährt oder nie mehr“, sagt der Wahl-Rostocker. Es gehe vor allem darum, den Leuten vor Ort Hilfsmittel und Lösungen an die Hand zu geben, mit denen sich die Bauern selbst versorgen können. „Wenn wir ihnen das zeigen und beibringen können, dann geben sie es hoffentlich den Kindern weiter und so kann sich das Leben der Leute verändern.“ Die nomadische oder halbnomadische Nutztierhaltung vor Ort ändern zu wollen, sei nicht möglich, betont Bellmann. Während seiner Arbeit in den Dörfern habe er aber auch die Rivalität der unterschiedlichen Stämme zu spüren bekommen: „Nachdem wir einen Stall aufgebaut hatten, wurde dieser in der da-rauffolgenden Nacht zerstört. Wir haben dann erfahren, dass dies Bewohner des Nachbardorfes waren, die die Hilfe den anderen nicht gegönnt haben.“ Ein paar Jahre später wollten diese aber auch die Hilfe von Bellmann und seinem Team. Dennoch ist die Projektarbeit eine Erfüllung für ihn: „Die positiven Seiten und die Dankbarkeit der Menschen überwiegen alles.“

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