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Bützow/Schwaan : Rostock wird mit ins Boot geholt

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„Ich werde den Dampfer auf der Warnow fahren sehen", sagt Schwaans Bürgermeister Peter Faix und lacht. Ein Thema, das ihn seit mehr als zehn Jahren umtreibt. Die Hansestadt Rostock sitzt eigentlich schon mit im Kahn.

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erstellt am 02.Feb.2012 | 10:55 Uhr

Bützow/Schwaan | "Ich werde den Dampfer auf der Warnow fahren sehen", sagt Schwaans Bürgermeister Peter Faix und lacht. "Aber ich werde dann nicht mehr Bürgermeister sein", fügt er noch hinzu. Das wird ihm nicht mehr gelingen, denn am 31. März räumt Faix bekanntlich nach 22 Jahren den Bürgermeisterstuhl.

Am Dienstag war er aber noch einmal in Sachen Schifffahrt auf der Warnow unterwegs. Ein Thema, das ihn seit mehr als zehn Jahren umtreibt. Mit seinem Bützower Amtskollegen Sebastian Constien weilte Peter Faix im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Rostock zu einem Gespräche bei Amtsleiter Hans-Joachim Meier, um das weitere "Vorgehen" abzustimmen. Bis zum Sommer soll dabei ein wesentliches Ziel erreicht sein. Eine Erweiterung der Vereinbarung, die es bereits zwischen den beiden Städten Bützow und Schwaan gibt. Ein wichtiges Ziel: Die Hansestadt Rostock mit ins Boot holen.

Die Hansestadt sitzt eigentlich schon mit im Kahn, auch wenn der Umweltsenator der Hansestadt Rostock am Dienstag den Termin kurzfristig absagen musste, wie StALU-Amtsleiter Hans-Joachim Meier erzählt. Der wollte noch gar nicht so richtig mit den Ergebnissen des Gespräches rausrücken. "Wir haben das noch gar nicht mit den Umweltverbänden abgestimmt", so Meier. Andererseits könnte man öffentliche Äußerungen vom Bund für Umwelt und Natur Deutschland (BUND ) zu Wochenbeginn so interpretieren, dass auch dort Schifffahrt auf der Warnow nicht mehr ausgeschlossen werde. Über das Wie soll nun weiter gesprochen werden.

Zur Erinnerung: Seit Jahren kämpft Schwaans Bürgermeister darum, die Schifffahrt auf der Warnow wiederzubeleben. So hat Schwaan den Uferbereich der Warnowbrücke u.a. mit europäischen Fördermitteln aus dem Leaderprogramm saniert. Ein Knackpunkt und bisher auch ein Grund, das Vorhaben abzulehnen war immer die Tatsache, dass die Warnow als Trinkwassereinzugsgebiet von Rostock gilt. Deshalb hatte es zunächst Bestrebungen gegeben, die Schifffahrt auf der Warnow zwischen Bützow und Schwaan anzuschieben, als einen ersten Schritt. Vor fünf Jahren schien der fast möglich. "Doch letztlich scheiterte es an der Wirtschaftlichkeit", erklärt Hans-Joachim Meier. Denn eine Bedingungen ist, es muss ein Boot ohne Verbrennungsmotor sein - es bleibt ein Solarboot oder eins mit Elektromotor.

Faix, Constien und Meier verweisen auf die Flora-Fauna-Habitus- und auf die Vogelschutzgebiete entlang der Warnow zwischen Schwaan und Rostock. "Mit allen Beteiligten muss abgestimmt werden, wie trotz dieses Status Schifffahrt möglich ist", sagt Hans-Joachim Meier.

Deshalb soll bis zum Sommer ein Gutachten erstellt werden, bei dem man die Universität Rostock mit einbeziehen will. Für ein solches Gutachten müsse zunächst die Aufgabenstellung erarbeitet werden, sagt Peter Faix. Denn die Expertise müsse alle Belange berücksichtigen, "um eine Befreiung von Verboten" zu erreichen, wie es Meier formuliert. Dabei seien sowohl die Umweltverbände mit einzubeziehen, als auch die Wasserversorger. Und schließlich müsse eine Reeder gefunden werden, der das wirtschaftliche Risiko trägt. Das alles soll auf mehr Schultern verteilt werden. Deshalb sind Constien und Faix froh, dass neben dem Landkreis Rostock, als Rechtsnachfolger der beiden bisherigen Landkreise Güstrow und Bad Doberan, nun auch die Hansestadt Rostock mit einsteigen möchte. Denn die Schifffahrt soll bis in den Alten Stadthafen erfolgen. "Dabei könnte die Schiffsschleusung ein Höhepunkt einer solchen Bootsfahrt von Rostock nach Bützow sein", sagt Hans-Joachim Meier. Doch das sei erst möglich mit dem Neubau der Schleusenbrücke im Mühlendammwehr.

Diese Erweiterung in Richtung Rostock halten Peter Faix und Sebastian Constien für gut und ganz wichtig. "Denn aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann es nur so funktionieren", sagt Constien. In Bützow will man seinen Teil dazu beitragen, mit der Sanierung der Uferpromenade. Dazu werde in Kürze die Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen, informierte Constien auf der Stadtvertretersitzung am Montagabend.


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