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Kampagne gegen Gewalt gegen Frauen : Rostock tanzt zum V-Day

vom

Rostock ist der neueste Teilnehmer einer weltweiten Kampagne gegen Gewalt gegen Frauen. Am 14. Februar 2013 rufen Aktivistinnen der Bewegung V-Day Frauen auf die Straße, um das Ende dieser Gewalt zu fordern.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2013 | 06:48 Uhr

Rostock | Rostock heißt der neueste Teilnehmer einer weltweiten Kampagne gegen Gewalt gegen Frauen. "Eine von drei Frauen auf diesem Planeten wird im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt", heißt es in dem Aufruf der Bewegung V-Day. Das seien eine Milliarde Frauen, denen Gewalt angetan werde. Am 14. Februar 2013 laden die Aktivistinnen deshalb eine Milliarde Frauen ein, auf die Straße zu gehen, zu tanzen und sich gemeinsam zu erheben, um das Ende dieser Gewalt zu fordern. Eine Milliarde Frauen - und Männer - überall auf der Welt. "Wir zeigen der Welt unsere kollektive Stärke und unsere globale Solidarität über alle Grenzen hinweg", erklärt auch die Rostockerin Daniela Hundeshagen.

Das Video zum Aktionstag rüttelt auf und erschreckt: Es ist dieser spezielle stille Moment, wenn man ohnmächtig in der Gewalt zurückbleibt, wenn der Körper allein zurückbleibt, weil er geschlagen, misshandelt, missbraucht wird. Wenn die Seele sich hinter Wolken schützt, ist die Musik aus. Ein Echo irgendwo - die Augen sind zu. Dann heben die Frauen die Hände. Die Afrikanerin, die auf dem Sandboden verstümmelt wird. Die blutende Asiatin neben dem Gürtel ihres Mannes und die Europäerin mit der Hand ihres Kollegen auf der Brust.

Sie lächeln in sich hinein und sie beginnen zu tanzen. Rostock tanzt mit. Die 29-jährige Daniela Hundeshagen führte in der Hansestadt gemeinsam mit zwanzig anderen alleinerziehenden Müttern das Theaterprojekt "job, act, family" durch.

Durch den Träger, das Institut für Berufliche Schulung, habe sie von der Aktion gegen Gewalt gehört und wollte spontan mitmachen. Nun organisiert sie einen Flashmob, der am 14. Februar am Neuen Markt zusammenkommen soll. "Wir zeigen dann eine Choreographie und tanzen zusammen die Kröpeliner Straße herunter", erklärt sie. Warum? "Weil wir in den Köpfen der Leute Mauern einreißen wollen. Ich selbst habe bisher glücklicherweise keine Gewalt erlebt, aber jede dritte Teilnehmerin an unserem Theaterprojekt wurde in ihrem Leben schon mal geschlagen", sagt Daniela Hundeshagen. Für den Tag wünscht sie sich, dass "viele mittanzen, auch die Männer, auch die Alten, auch die Kinder, und nicht so viele einfach nur zugaffen", wie sie sagt.

Im Heizhaus wird am Vortag, dem 13. Februar, von 12 bis 16 Uhr die Choreographie geübt, für die eine Berliner Choreographin die Vorlage geschaffen hat.

Rostock reiht sich mit der Aktion in die Liste von über 100 deutschen Städten ein, die an der Aktion teilnehmen. Bisher ist die Hansestadt jedoch die einzige Kommune in Mecklenburg-Vorpommern, die sich unter www.onebillionrising.de registriert hat.

V-Day ist eine weltweite Bewegung von AktivistInnen mit dem Ziel, Gewalt gegen Frauen zu beenden. Sie haben, nach eigenen Angaben, in den vergangenen 14 Jahren über 90 Millionen US-Dollar mobilisiert und mehr als 300 Millionen Menschen erreicht. V-Day will eine breitere Aufmerksamkeit für den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen, einschließlich Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Inzest, weibliche Genitalverstümmelung und Sexsklaverei. Das "V" im Namen steht für Victory (Sieg), Valentine (Valentinstag) und Vagina.

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