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Vorstoß von Kulturdezernentin in Abwesenheit des OB : Rostock lädt zur Theaterkonferenz

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Minister Mathias Brodkorb soll heute berichten, was das Beratungsunternehmen zur Rettung der Kulturlandschaft bislang vorgelegt hat. Unterdessen sorgt ein Alleingang von Rostocks Kultursenatorin für Verwunderung.

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erstellt am 21.Aug.2012 | 10:48 Uhr

Schwerin | Die Theaterkrise ist heute Abend Thema im Koalitionsausschuss von SPD und CDU. Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) soll auf Antrag des kleineren Koalitionspartners berichten, was das von ihm eingesetzte Münchner Beratungsunternehmen zur Rettung der Theater- und Orchesterlandschaft in MV bislang vorgelegt hat. Bereits bis Ende Juli sollte die Metrum Managementberatung "auswertbarer Zwischenergebnisse" beibringen, so sah es die Ausschreibung vor. Bei einer Klausur der SPD-Fraktion im Landtag vom 8. bis 10. August hatte das Thema eine Rolle gespielt. Brodkorb habe dort Ergebnisse für den Herbst versprochen und versichert, dass die Datenerhebung an den Theatern im Zeitplan liege. "Wir haben Redebedarf", hieß es daraufhin gestern auf CDU-Seite ungehalten.

Nach Informationen unserer Redaktion will das Münchner Beratungsunternehmen am 29. August im Kultusministerium erste Resultate präsentieren. Dabei geht es um "mindestens fünf unterschiedliche Struktur- und Finanzierungsmodelle für eine Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstruktur einschließlich einer ersten betriebswirtschaftlichen Bewertung inklusive einer Schätzung der voraussichtlichen Umsetzungskosten". Ende September soll es zu der von Brodkorb angekündigten Präsentation und Erläuterung der Strukturvarianten innerhalb der Landesregierung, des Landtages sowie auf bis zu vier Theaterkonferenzen kommen, so der Plan von Metrum.

Unterdessen sorgt ein Alleingang von Rostocks Kultursenatorin Liane Melzer in Theaterkreisen für Verwunderung. Die SPD-Politikerin hat offenbar die Abwesenheit von Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling genutzt, in der sie als Oberbürgermeisterin amtiert, um in dessen Namen zu einer Theaterkonferenz nach Rostock einzuladen. "Ich möchte Sie einladen, gemeinsam mit allen Theaterintendanten und den für ihre Theater verantwortlichen Dezernenten... Ideen für die Entwicklung der Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln", schreibt Frau Melzer wörtlich. "Mir geht es da rum, dass wir uns besser kennenlernen und gemeinsam besprechen, in welcher Form wir zukünftig im Gespräch bleiben können." Oberbürgermeister Methling zeigte sich gestern gegenüber unserer Redaktion überrascht: "Davon habe ich noch nichts gehört", bekannte er, als wir ihn in seinem Ferienhaus in Schweden erreichten."Ich finde es ungewöhnlich. Es gibt keinen Grund, Herrn Brodkorb aus seiner Verantwortung zu entlassen." Dennoch begrüße er es, so Methling, wenn Frau Melzer die Initiative ergreife. Das Ungewöhnliche: Erst im April hatte die Bürgerschaft in Rostock Methling untersagt, Gespräche zwischen Rostock und Schwerin zu führen. In dem von der Linksfraktion initiierten Antrag hieß es damals: "Die Bürgerschaft fordert den Oberbürgermeister auf, Verhandlungen bezüglich einer Fusion der Norddeutschen Philharmonie mit der Staatskapelle Schwerin nicht aufzunehmen bzw. umgehend zu beenden. Nach Beschlusslage der Bürgerschaft gibt es keine Handlungs- und Legitimationsgrundlage..." Die Einladung seiner Stellvertreterin zu Gesprächen ging jetzt jedoch dezidiert auch an Schwerins Oberbürgermeisterin und den dortigen Generalintendanten des Mecklenburgischen Staatstheaters.

Die sechs Theater im Land beklagen, dass die Zuschüsse des Landes seit 1995 mit 35,8 Millionen Euro gleich blieben, die Kosten aber stetig steigen. Kultusminister Brodkorb erhielt am Anfang der Legislatur den Auftrag, ein Konzept zur Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterlandschaft vorzulegen.

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