zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 09:04 Uhr

Hafen : Rostock braucht längere Kais

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bis 2030 fehlen dem Fracht- und Fischereihafen der Hansestadt mindestens 7,1 Hektar Fläche und 414 Meter Anlegeplatz.

von
erstellt am 16.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Der Kai muss länger werden – und zwar um mindestens 414 Meter im Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH). Der Grund: Das Geschäft boomt, aber längst nicht mehr mit Fisch, sondern vor allem mit Holz aus Skandinavien. „Wir sind nun an der Grenze unserer Kapazität angelangt“, sagt RFH-Geschäftsführerin Daniele Priebe.

Sie gab jetzt eine Studie beim internationalen Beratungsunternehmen Competence in Ports and Logistics (CPL) in Auftrag. Und die Hafenexperten haben ausgerechnet: Der RFH braucht in den nächsten 15 Jahren mindestens 7,1 Hektar mehr Platz , die notwendigen neuen Kaiflächen entsprechen dabei drei Liegeplätzen. Am Mittwoch wurde der Masterplan im Wirtschaftsausschuss vorgestellt.

Dafür müssten bis 2030 rund 30 Millionen Euro in den neben Wismar größten Holzumschlaghafen investiert werden. Derzeit beträgt die Kailänge entlang der Warnow und am Hafenbecken 1290 Meter.

Priebe hat bereits rund 47  000 Quadratmeter Fläche sowie eine 3800 Quadratmeter große Lagerhalle der Firma Marieneher Umweltschutz und Recycling GmbH westlich des Fischereihafens aufgekauft. „Dazu kommen nördlich 15  000 Quadratmeter auf dem Gelände des Rostocker Sondermaschinen- und Anlagenbauers in der Werkstraße 3 samt fünf Gebäudekomplexen“, so Priebe.

Außerdem führt die RFH-Chefin derzeit Gespräche mit angrenzenden Firmen, um weitere Liegeplätze zu schaffen: „Dabei geht es noch mal um 14 600 Quadratmeter und einen Zugang zum Breitling“, sagt Priebe. Auch die Entwicklung des Schlachthofs könnte weitere Nutzungsmöglichkeiten erschließen. „Daneben wollen wir die Anbindung unseres Industriegebiets verbessern“, sagt Priebe. Bisher reichten die Zuglängen teilweise nicht mehr aus und es stocke am Bahnhof Bramow. Das soll in Zukunft besser werden, schließlich „sind wir in der Lage, am Tag zwei bis drei Züge zu verladen“, sagt Ronald Schulz, RFH-Leiter Hafenwirtschaft. Derzeit würden 46  000 Tonnen Getreide umgeschlagen: „Wir sind viel stärker im Umschlag als Wismar“, so der Hafenexperte.

„Bis 2030 soll der Umschlag um 3,6 Prozent steigen“, prognostiziert Heike Wenzel von CPL. Bereits 2015 sollen 1,3 Millionen Tonnen umgeschlagen werden – vor allem Holz, Baustoffe, Glas und Produkte für die Offshore-Industrie. „Und wir schlagen jeglichen Dünger von Yara um, der nicht in Rostock produziert wird“, sagt Schulz. Laut Wenzel müsse rechtzeitig ausgebaut werden – zumal „schon jetzt aus Kapazitätsgründen Umschläge abgelehnt werden müssen“. Sogar mitten im Umschlag hätte abgebrochen werden müssen, „da kein Platz mehr da war“, so Schulz. Eine solche Entwicklung ist für Priebe tötlich: „Wenn Ware sich einen anderen Weg gesucht hat, ist es quasi unmöglich, sie zurückzugewinnen.“

Trotz der Herausforderungen ist Priebe optimistisch, mit den jetzt laufenden Verhandlungen zwei der drei benötigten Liegeplätze schaffen zu können. Dann müssten Schiffe nicht mehr auf private Kaianlagen ausweichen. Schließlich sei der Masterplan nicht Dogma, sondern Ziel, so die Hafenchefin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen