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Landesfinale "Jugend debattiert" : Ronja sattelfest in Pro und Contra

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Ronja Hingst aus Wiendorf hat eine Meinung: Und damit hält die Schülerin der Werkstattschule Rostock in Diskussionen nicht hinterm Berg. Am 20. März, die Rostocker Schulen im Landtag Schwerin vertreten.

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2012 | 11:16 Uhr

Wiendorf | Ronja Hingst aus Wiendorf bei Schwaan hat eine Meinung: Und damit hält die Schülerin der Werkstattschule Rostock in Diskussionen nicht hinterm Berg. So kennen ihre Mitschüler und Freunde sie. Und so hat sie kürzlich auch die Jury beim Rostocker Schulausscheid in dem Wettbewerb "Jugend debattiert" kennen gelernt. Ronja überzeugte in der öffentlichen Debatte als beste Rednerin und belegte dort den ersten Platz. Deshalb wird die 15-Jährige am kommenden Dienstag, dem 20. März, die Rostocker Schulen beim Landesfinale "Jugend debattiert" im Landtag Schwerin vertreten.

Sie ist damit eine der besten acht Redner, die sich in Schul- und Regionalwettbewerben für das große Finale in der Landeshauptstadt qualifizierten.

Schon aufgeregt? "Naja, ganz kalt lässt es einen nicht, wenn man da öffentlich vor vielen Leuten diskutieren muss", sagt Ronja. Dennoch, sie ist um die richtigen Worte nicht verlegen und blickt dem Finale mit Freude entgegen.

Debattiert wird in zwei Altersgruppen: den Klassen acht bis zehn und den Jahrgangsstufen 11 bis 13. Die beiden Erstplatzierten jeder Altersstufe qualifizieren sich für den Wettbewerb auf Bundesebene.

Diesmal geht es um das Verhalten der Fußballfans

Schon bei den Schulausscheiden aller Rostocker Schulen waren von Ronja und den anderen Debattierern kluge Argumente gefragt. In einer Hin- und Rückrunde ging es beim ersten Teil des Schulausscheids um die Fragen , ob man als Schüler Lehrer duzen sollte sowie um das Thema, ob es für Fahranfänger eine Geschwindigkeitsbegrenzung geben sollte. "Ich war dagegen", sagt Ronja. Doch egal, ob die Diskussionsteilnehmer nun pro oder contra in dieser Frage dachten. Aus welcher Position heraus sie zu debattieren hatten, wurde ihnen zugeteilt. "Ich hatte Glück, weil ich dagegen diskutieren musste, was sich mit meiner persönlichen Meinung deckte", so Ronja.

Nachdem sie sich in dieser Debatte als eine der besten Schüler behauptete, hatte Ronja als zweite Hürde in Rostock einen erneuten Ausscheid zu meistern, bei dem jeweils die besten vier einer Altersklasse antraten. Dabei ging es um die Frage, ob Schüler ab der 8. Klasse einen Internetfahrschein zum richtigen Verhalten im sozialen Netzwerk machen sollten. "Ich war auf der Contra-Seite", sagt Ronja.

Worum es nun am Dienstag beim Finale geht, weiß sie schon. Als Teilnehmerin der Klassen acht bis zehn hat sie über das Thema "Sollen Sportvereine für das Fehlverhalten ihrer Fans nur in Heimspielen bestraft werden?" Über das Für und Wider dazu hat sich Ronja natürlich schon Gedanken gemacht. Denn auch diesmal weiß sie im Vorfeld nicht, auf welcher Seite sie stehen wird: pro oder contra? "Man muss sich deshalb auf beide Standpunkte vorbereiten. Ich finde es interessant, dass man beide Seiten beleuchten muss", sagt die Wiendorferin. Nein, ein Fußballfan sei sie nicht gerade, gesteht sie. Aber bei dieser Frage ginge es ja weit über die Jagd nach dem runden Leder hinaus.

Auf jeden Fall findet sie, dass es verständlich sei, dass der jeweilige Verein bei Heimspielen für Sicherheit in seinem Stadion sorgen müsse, denn als Gastgeber sei er für beide Vereine verantwortlich.

Einfach Lust, das Debattieren auszuprobieren

Schon immer war es Ronjas Art, aufgeschlossen an die Dinge heran zu gehen. Deshalb ist die Teilnahme an diesem Wettbewerb für sie auch keine Belastung, sondern etwas, das Spaß macht. "Als uns unsere Deutschlehrerin fragte, ob wir bei dem Ausscheid mitmachen wollen, haben sich meine Freundin und ich gemeldet, weil wir einfach Lust hatten, das mal auszuprobieren", erzählt sie. Ihr Interesse in dieser Richtung führte sie vor einer Weile bereits ins Volkstheater Rostock, wo sie im Jugendtheater mitwirkt. Vielleicht hilft ihr dieses "Training" ja sogar bei dem, was ihr nun am Dienstag bevor steht. Unsere SVZ-Lokalredaktion drückt jedenfalls die Daumen!

Hintergrund

„Jugend debattiert“ ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinsamen Hertie-Stiftung, der Robert-Bosch-Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz-Nixdorf-Stiftung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz und den Kultusministern der Länder. 2001 wurde „Jugend musiziert“ in Frankfurt am Main an rund 30 Schulen erprobt.
Heute ist „Jugend debattiert“ das größte privat-öffentlich finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung. Bundesweit beteiligen sich daran derzeit über 135000 Schülerinnen und Schüler und zirka 5500 Lehrkräfte an über 800 Schulen. Die Teilnehmer am Landesfinale werden ermittelt bei Wettbewerben in Schulen sowie bei Regional- und Landesqualifikationen.

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