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Neubrandenburg : Rocker-Razzien: Warnschuss fürs ganze Land

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Mit Hausdurchsuchungen bei sieben Motorrad-Clubs in und um Neubrandenburg hat Innenminister Lorenz Caffier (CDU) der als kriminell geltenden Rocker-Szene in ganz Mecklenburg-Vorpommern einen Warnschuss verpasst.

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erstellt am 14.Dez.2011 | 06:33 Uhr

Schwerin | Mit Hausdurchsuchungen bei sieben Motorrad-Clubs in und um Neubrandenburg hat Innenminister Lorenz Caffier (CDU) der als kriminell geltenden Rocker-Szene in ganz Mecklenburg-Vorpommern einen Warnschuss verpasst. Die Polizei werde "keine rechtsfreien Räume dulden" und mit Kontrollen und Überwachungen weiter Druck ausüben, so der Minister. 600 Beamte hatten am Dienstag 81 Club-Räume, Geschäfte und Wohnungen von rund 70 Mitgliedern und Unterstützern der "Bandidos" durchsucht. In 44 der Objekte beschlagnahmten sie Waffen, Totschläger, Schlagringe, Armbrüste, Baseballschläger, Äxte, Messer, Drogen, Dopingmittel, Masken, Quarzhandschuhe, Schmuck-Degen und ein gestohlenes Auto. "Alles Gegenstände, die kaum zum Motorrad-Fahren gebraucht werden", spottete Ingolf Mager, Direktor des Landeskriminalamtes (LKA), als er gestern die 200 Gegenstände präsentierte. Das Arsenal zeige, welch "Droh- und Einschüchterungspotenzial" in diesen Rocker-Clubs stecke. Die meisten Durchsuchten seien der Polizei bekannt gewesen - "und das nicht als Zeuge". Wie viele vorbestraft sind, konnte Mager allerdings nicht sagen. Das LKA hat 27 Motorrad-Gangs mit rund 450 Mitgliedern in Mecklenburg-Vorpommern im Visier. Mager vermutet, dass die meisten von ihnen ähnlich ausgerüstet sind, wie die durchsuchten Club-Mitglieder im Raum Neubrandenburg. Vor allem Mitglieder der "Hells Angels" und der "Bandidos" sowie ihre jeweiligen Unterstützer-Clubs werden für Straftaten in der Rotlicht-Szene, Drogenhandel, Erpressungen und Gewalttätigkeiten verantwortlich gemacht. Allein in diesem Jahr sind laut LKA-Chef Mager 80 Ermittlungsverfahren gegen mutmaßlich kriminelle Rocker eingeleitet worden. Der Einsatz am Dienstag wurde allerdings nicht wegen einer konkreten Straftat ausgelöst. Die Polizei handelte - gebilligt vom Amtsgericht Neubrandenburg - "zur Gefahrenabwehr", weil sie dank der Hinweise aus anderen Ermittlungen hoffen durfte, fündig zu werden. Der LKA-Chef dementierte allerdings, dass die Polizei dadurch einen bevorstehenden "Rocker-Krieg" verhindern wollte. Den "Hells Angels" und den "Bandidos" wird nachgesagt, ihre Einfluss-Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern bislang aufgeteilt zu haben. Festnahmen konnte die Polizei nach der "Warnschuss"-Aktion nicht melden. In 15 Fällen wird nun wegen Drogendelikten ermittelt. Einigen Eigentümern der beschlagnahmten Waffen drohen Verfahren wegen illegalen Waffenbesitzes. Details werden noch geprüft.

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