"Jamel rockt den Förster" : Rock gegen Rechts

<strong>Horst und Birgit Lohmeyer </strong>vor dem Forsthof in Jamel, dem Festivalort <foto>dapd</foto>
Horst und Birgit Lohmeyer vor dem Forsthof in Jamel, dem Festivalort dapd

Das Künstlerpaar Horst und Birgit Lohmeyer veranstaltet am Wochenende das Festival "Jamel rockt den Förster". Dort werden unter anderem die Bands "Haudegen" und "Rantanplan" auftreten, wie Birgit Lohmeyer sagte.

svz.de von
29. Juli 2012, 07:21 Uhr

Jamel | Das Künstlerpaar Horst und Birgit Lohmeyer veranstaltet am kommenden Wochenende das Festival "Jamel rockt den Förster". Dort werden unter anderem die Bands "Haudegen" und "Rantanplan" auftreten, wie Birgit Lohmeyer am Wochenende sagte. Das Dorf Jamel mit rund einem Dutzend Häusern ist für seine starke rechtsextreme Szene über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus bekannt. Die Veranstalter des Festivals rechnen mit bis zu 500 Besuchern. Für ihr Engagement wurden Horst und Birgit Lohmeyer schon mehrfach ausgezeichnet. Seit 2007 laden die Künstler jedes Jahr Bands und Gäste aus ganz Deutschland zum Event auf den alten Forsthof in den Landkreis Nordwestmecklenburg.

Rechtsextremismus-Experte Jan Raabe hält das Festival daher "in dieser Kontinuität" für "deutschlandweit wohl einmalig". In den vergangenen Jahren kamen jeweils 300 Besucher, diesmal erhoffen sich die Veranstalter mehr - wegen der guten Wetterprognose.

Die Rechtsextremen stören sich offenbar an der Veranstaltung: Im Januar veröffentlichten sie eine CD mit dem Titel "Jamel scheißt auf den Förster". Mit dem Verkaufsgewinn sollte der NPD-Politiker Sven Krüger aus Jamel unterstützt werden, der 2011 wegen gewerbsmäßiger Hehlerei mit gestohlenen Baumaschinen und illegalem Waffenbesitz zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Die Bedeutung von Musik im Kampf gegen Rechtsextremismus wird nach Ansicht von Experte Raabe häufig unterschätzt. Viele Jugendliche fühlten sich von Festivals stärker angesprochen als von klassischen Politikformen wie Resolutionen und Unterschriftensammlungen, sagte der Sozialpädagoge, der sich im Bielefelder Verein "Argumente &amp; Kultur gegen Rechts" engagiert und mehrere Bücher über Rechtsextremismus geschrieben hat. "Auch Musik kann eine Möglichkeit sein, um sich gegen Neonazis auszusprechen."

( Internet: www.forstrock.de)

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